„Food and water are not enough“: das Sarajevo Film Festival und die Krise

11. August 2020von Albrecht Dreißignachgegangen

Die Kultur in Europa arbeitet auf Sparflamme. Corona schränkt nicht nur das alltägliche Leben ein, sondern sorgt dafür, dass zahlreiche kulturelle Großveranstaltungen ausfallen müssen. Während die bekannten Filmfestivals in Cannes und Venedig abgesagt und andere ins Netz verlegt werden, wird jedoch das 26. Sarajevo Film Festival dieses Jahr vom 14. bis 21. August stattfinden. Die Gründe hierfür liegen in seiner Geschichte…

Weltliteratur aus Belarus: Gespräch mit Al’herd Bacharevič und Thomas Weiler

07. Juli 2020von Yaraslava Ananka und Nina Weller zurückgefragt

Al’herd Bacharėvičs Roman Hunde Europas (Sabaki Eŭropy) ist ein Ereignis. Er beeindruckt nicht alleine durch seinen Umfang von über 900 Seiten, vielmehr noch fasziniert er durch seine hemmungslose Hingabe an die Sogkraft der Sprache. novinki veröffentlicht ein Gespräch mit Al’herd Bacharėvič und seinem Übersetzer Thomas Weiler vom 29. Januar 2020 im Einstein Forum Potsdam sowie ein Fragment aus dem Roman in der Übersetzung von Thomas Weiler.

Formalistische Revolutionspoetik: Viktor Šklovskijs autobiographischer Roman „Sentimentale Reise“ neu übersetzt und neu gelesen

26. Juni 2020von Philine Bickhardtgegengelesen

Porträt eines Umbruchs: Zum hundertjährigen Jubiläum der russischen Revolution 2017 hat Olga Radetzkaja Viktor Šklovskijs Sentimentale Reise (russ. Sentimental’noe putešestvie) erstmals in vollständiger Fassung ins Deutsche übersetzt. Der autobiographisch motivierte Erzähler akzentuiert die für alle Akteur_innen der Zeit herausfordernde Suche nach Orientierung im Chaos und den Wunsch nach Neubeginn. Auf den Spuren formalistischer Poetik.

Wer geht leer aus? – Die Theaterproduktion “Imitation of Life”

03. Juni 2020von Elisabeth Allabauer
angeschaut

Die Eröffnungsproduktion Imitation of Life des MESS Festivals 2019 in Sarajevo könnte kaum einen bedrückenderen und politischeren Inhalt behandeln. Basierend auf einem tatsächlich in Ungarn stattgefundenen Vorfall, kreiert die ungarische Autorin Kata Webér ein Stück, hiermit erstmals von Kornél Mundruczó für sein Proton Theater (Budapest) inszeniert, in dem sie die Dominanz der Banalität und die Vergänglichkeit unseres Lebens aufzeigt.

Vivisektion eines Jahrhunderts: Autorinportrait Angela Rohr

30. Januar 2020von Georgia Lummert
vorgestellt

Nicht jedes literarische Talent bekommt zu Lebzeiten das Publikum, das es verdient. Die österreichisch-sowjetische Literatin, Journalistin, Medizinerin und Psychoanalytikerin Angela Rohr ist ein solcher Fall. Erst in diesem Jahrhundert nahm sich die Germanistin Gesine Bey der Aufgabe an, die Lebensgeschichte der 1985 in Moskau Verstorbenen zu rekonstruieren sowie ihre literarischen, journalistischen und autobiographischen Schriften (neu) herauszugeben.