Den verkannten Attentätern

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15. Dezember 2014 von Felicitas Claus
gegengelesen

1914 – 2014. Es ist wieder Denkmal-Zeit. In ganz Europa gedenken wir des ersten Weltkriegs und des Ereignisses, welches ihn auslöste. Dem Schützen, der in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger mit zwei Schüssen tötete, werden noch heute in Bosnien und Serbien Denkmäler gebaut. Die serbische Autorin Biljana Srbljanović will sie stürzen – und stellt doch in ihrem Drama Mali mi je ovaj grob (dt. Dieses Grab ist mir zu klein) nur weitere auf.

Lost in Altpapier.

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28. März 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Wir wirbeln in den langen Sätzen von Bohumil Hrabals allzu lauter Einsamkeit.
Eine Würdigung zum hundertsten Geburtstag.

Kafka leidet an der Liebe (Happy Valentine’s Day) | 14./15. Februar 1914

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14. Februar 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Im Februar des Jahres 1914 ist Franz Kafka Europa schon weit voraus. Denn während der Kontinent den Schützengräben erst noch entgegen taumelt, vielmehr: schlafwandelt, wie man heute sagt, versinkt Kafka schon mit beiden Beinen im Morast und „schnapp[t] im Nebel“: Love is a battlefield. Er sitzt in Prag und wartet auf Briefe, die nicht kommen.

Böhmen liegt am Meer | Jubiläum einer Winterreise nach Mitteleuropa im Januar 1964

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10. Februar 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Im Januar vor 50 Jahren reist Ingeborg Bachmann von Berlin nach Prag und findet dort zu etwas Erholung von einer tiefen persönlichen Krise. Sie findet auch zu einem ihrer berühmtesten Gedichte: „Böhmen liegt am Meer”. Novinki erinnert an eine Winterreise zu einem so europäischen wie literarischen Nicht-Ort zwischen der Chiffre 1914 und heute.