Letzte Nachricht aus dem Lager

04. November 2019von Jonas Stoll
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Irina Ščerbakova [Irina Scherbakowa] rekonstruiert die Geschichten von 14 Vätern, die in der Sowjetunion in den 1930er und 1940er Jahren zu Lagerhaft und Tod verurteilt wurden. Damit setzt sie den Opfern des stalinistischen Terrors in Ich glaube an unsere Kinder ein Denkmal. Jetzt ist die deutsche Übersetzung erschienen.

Ein Treppenhaus in Lemberg

28. Oktober 2019von Mira Nagel
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Vier Frauen, vier Generationen – ein Haus im Herzen Lembergs. Von Müttern und Töchtern, von politischen und privaten Unabhängigkeitsbestrebungen erzählt Żanna Słoniowskas Debütroman Das Licht der Frauen. Ein elf Meter hohes Glasmosaik in einem Lemberger Treppenhaus wird dabei zum vieldeutigen Orientierungspunkt.

Ende der Geschichte, vorrübergehend ausgesetzt

29. August 2019 von Fabrice Rüping
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Maša Gessen [Masha Gessen] hat über Pussy Riot, Putin und den Mathematiker Perelman geschrieben. Für die New York Times berichtet sie regelmäßig über ihre russische Heimat, aus der sie zwei Mal emigrierte. Nun hat sie ihre Erfahrungen und Enttäuschungen literarisch verarbeitet. Dafür wurde sie in Leipzig mit dem Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

Orpheus in Schlesien

04. Juni 2019 von Manfried Hammer
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Dante hatte Vergil als Führer durch die Hölle seiner Zeit. Der Ich-Erzähler im Roman Bestiarium des polnischen Autors Tomasz Różycki hat abwechselnd seinen Onkel Jan mit der funkensprühenden Pelzmütze oder ein rot phosphoreszierendes Hündchen bei sich. Sie führen ihn auf seinem Weg durch die Abgründe einer schlesischen Stadt, die Albtraum und Museum verdrängter Geheimnisse zugleich ist.

Sex sells – aber was ist mit den Nebenwirkungen?

05. März 2019 von Stefanie Erpel
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Dieser Text hätte am zweiten Juni veröffentlicht werden sollen, denn an diesem Tag, dem International Sex Workers Day, wird jährlich an die Diskriminierung von Prostituierten erinnert; an Prostituierte wie auch die kleine Kukolka aus dem gleichnamigen Roman (2017) von Lana Lux eine ist.

Selbstentblößung einer russischen Dichterin

19. Februar 2019 von Julia Kling
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„… Hier ‚im Exil‘ bin ich – unbrauchbar, dort ‚in Russland‘ bin ich undenkbar.“
Dieses Zitat stammt aus den kürzlich ins Deutsche übersetzten Unveröffentlichten Schreibheften von Marina Zwetajewa [Cvetajeva], einer der bedeutendsten russischen Dichter_Innen des 20. Jahrhunderts. Sie flüchtete aus der russländischen Heimat, verbrachte 17 Jahre im Exil und kehrte Ende der 1930er Jahre doch wieder zurück in das Land, das nun allerdings Sowjetunion hieß.