Am Ende bleibt das schöpferische Nichts

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1. Juli 2018 von Sonia Dimitrowzurückgefragt

Montog. Eyn kleyner roman, 1926 von Moyshe Kulbak verfasst, erschien 2017 erstmalig auf Deutsch – und ist immer noch aktuell: „Wenn wir etwas lernen wollen über Perspektiven, Hierarchien, Asymmetrien und blinde Flecken der europäischen Kulturgeschichte – die jiddische Literatur ist hervorragend geeignet, einen neuen Blick auf scheinbar bekannte Phänomene zu gewinnen“, meint Lothar Quinkenstein, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Schriftsteller, im Gespräch mit novinki über Kulbaks Roman.

„Wir arbeiten immer in Co-Autorschaft, und zwar mit der gesamten Kunstgeschichte“

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18. Mai 2018 von Sabine Hänsgenzurückgefragt

Yuri Albert ist einer der wichtigsten Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. In den 1970er Jahren begann er sein künstlerisches Schaffen in der inoffiziellen sowjetischen Kulturszene. Geprägt von den Erfahrungen der Selbstorganisation in diesem Milieu fand er zu seinen kritischen und (selbst-)ironischen Reflexionen des Systems Kunst. Sabine Hänsgen spricht mit Yuri Albert über seine Erfahrungen im Moskauer Underground, Konzeptkunst zwischen West und Ost, Kunst als Zeitvertreib sowie über das Verhältnis von Tradition und Avantgarde, ‚wahrer‘ und zeitgenössischer Kunst.

„Ich versuchte, die Leser behutsam durch die Schrecken der Repressionen zu führen“

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6. April 2018 von Natalia Popovazurückgefragt

Mit ihrem Debütroman Suleika öffnet die Augen (Zulejcha otkryvaet glaza) landete Guzel’ Jachina 2015 auf Anhieb einen Erfolg. Der Roman erzählt die Geschichte einer muslimischen Bäuerin, die in der Zeit der Entkulakisierung aus einem tatarischen Dorf deportiert wird. novinki sprach mit der Schriftstellerin über Herausforderungen während des Schreibens an ihrem Roman und über die Suche nach einem literarischen Zugang zum kollektiven Gedächtnis.

Eine Reise durch die ostmitteleuropäische Geschichte

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20. Dezember 2017 von Agnieszka Hudzikzurückgefragt

Martin Pollack: Schriftsteller und literarischer Übersetzer, frisch ausgezeichnet mit dem DIALOG-Preis der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. novinki hat ihn dieses Jahr gleich doppelt getroffen – in Lublin und in Potsdam, und sprach mit ihm über Familiengeschichte und sein Interesse an Ostmitteleuropa ebenso wie über polnische Reportagen, die Arbeit mit Bildern und das Zurückschrauben der Sprache beim Schreiben über Gewalt.

„Ich glaube nicht an Nationalliteratur“

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8. Dezember 2017 von S. Frank, V. Overchuk & H. Wagnerzurückgefragt

Eugene Ostashevsky schreibt, übersetzt, lehrt komparatistische Literatur. Geboren 1968 in Leningrad, lebt er seit seinem elften Lebensjahr in New York. novinki sprach mit ihm über Multilingualität und die (Un-)Übersetzbarkeit von Literatur, über die Poesie als einen Versuch, zur Bedeutung eines Wortes vorzudringen, und über das innere Kind.

Über das Bedürfnis nach einem Gespräch in Zeiten von Social Media und über die Kunst der Reportage in Polen

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10. Juli 2016 von Dominika Herbstzurückgefragt

Włodzimierz Nowak ist Chefredakteur des Reportage-Magazins der größten polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Vor kurzem ist sein zweites Buch mit dem Titel Das Herz der Nation an der Bushaltestelle in Deutschland erschienen. novinki sprach mit dem Autor und Reporter über die „Unverwüstlichkeit“ der polnischen Reportage, die Besonderheiten dieses Genres in Polen und den ständigen Wettbewerb mit den sozialen Medien.