Wahre Leser wollen betrogen sein

20. August 2008 von Thomas Weiler
zurückgefragt

„Keine Gnade für Valjanzina H.“ forderte der belarussische Prosaautor Al’herd Bacharėvič 2006. Auch mit seiner eigenen Person, oberflächlichen Kritikern oder den sogenannten Klassikern der belarussischen Literatur geht er hart ins Gericht. Mit seinen Texten will er den Leser verzaubern, ihn bei der Hand nehmen und führen – hinters Licht.

Von Facettenaugen, Theater-Scratch und der Inventarisierung des Sozialismus

22. Juli 2008 von Miranda Jakiša und Irina Lazarova
zurückgefragt

Das Weltbild der Fliege ist mosaikartig zusammengesetzt. Was, wenn man entsprechend einen Facetten-Roman schaffen könnte? Nicht „Urheber der Schwangerschaft“ der eigenen Frau zu sein, mag einen Helden erschüttern und zum Erzählen zwingen. Was, wenn Trennung beim Wort genommen und der Text zerlegt und zerteilt wird? Überhaupt zerfällt die Welt, so viel ist klar – jedenfalls, wenn man in den 1990er Jahren in Bulgarien lebt.

Von Menschen, Bildern und Lettern

20. Mai 2008 von Valentina Dann
zurückgefragt

Die russische Künstlerin Tatjana Miller sammelt Motive für ihr vielfältiges Schaffen zum einen in ihrer unmittelbaren Umgebung, in Fundstücken der Berliner Strassen oder Gesichtern der U-Bahn. Zum anderen greift sie auf uralte Mythologien zurück, deren Symbole und Schriftzeichen sie collageartige neu zusammenfügt und damit lesbare Bilder schafft.

„Steinschweiger? Steinwald? Steinbaum? – Egal!“

31. Januar 2008 von Julia Connert und Monika Hirschfeld
zurückgefragt

Ein deutsch-polnisches Team junger Theatermacher hat das sensible wie umkämpfte Thema Umsiedlung, Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in ungewöhnlicher Form inszeniert: Professionelle Schauspieler teilen sich darin die Bühne mit Zeitzeugen.

Zwischen Raum

15. Januar 2008 von Tamina Kutscher und Lucia Zimmermann
zurückgefragt

Der mazedonische Schriftsteller Nikola Madžirov setzt seine Verse zwischen verblasste Aufkleber und angebissene Äpfel, neben Zitate und Erinnerungen, über Bibelstellen und Tao – zwischen Zeilen der Weltliteratur und die Prosaik des Alltags. Er weiss, dass alles schon gesagt wurde. Trotzdem will er mit seiner Poesie neue Räume schaffen.

Zum Tee um fünf

1. Oktober 2007 von Maria Sankina und Larissa Tschaja
zurückgefragt

Was Teeblätter mit dem Metarealism zu tun haben, einer wenig erforschten literarischen Strömung, die im Russland der 70er Jahre entstanden ist – davon berichtet der lettische Lyriker Dmitri Dragilew.