9. August 2011von Sebastian Garthoff

Mit der Figur des ungarisch-amerikanischen Journalisten führte der Autor Vilmos Kondor eine neue Figur auf die literarische Bühne Ungarns ein und hob als Debütant ein eigenes Genre aus der Taufe: den ungarischen Krimi noir. Das eigene Gesicht behält Kondor indes im Dunkeln.
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27. Juni 2011von Sandra Mack

„Ich halte mich nicht für eine Frauenschriftstellerin“, sagt sie, und “Ich habe mich nie mit Politik beschäftigt – das interessiert mich nicht im Geringsten“. Und dennoch wird sie, Ljudmila Petruševskaja, als eine der führenden Figuren der zeitgenössischen Frauenliteratur aus Russland gefeiert und als eine der letzten lebenden Schriftstellerinnen der Dissidentenbewegung im Gefolge von Solženicyn bezeichnet.
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2. Juni 2011von Jonathan Widder

Wer Jurij Andruchovyčs Werke nur aus der Ferne kennt, der könnte ihn für Narren halten: für einen, der es mit dem Leben nicht ernst meint, und auch nur deswegen schreibt, weil ihm nichts Besseres einfällt. Dass er es liebt, Collagen aus allerlei Absurdem zu basteln, die Banalitäten des Alltags zu besingen und nicht nur die Schwächen und Schusseligkeiten seiner Protagonisten, sondern auch und gerade seine eigenen stets aufs Genaueste zu sezieren, das jedenfalls ist unübersehbar.
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24 März 2011von Samuel Spycher

Saša Sokolov reiht sich ein unter jene Schriftsteller, deren Erfolg beim ausserrussischen Publikum bei der Übersetzung verloren gegangen ist. Seine Texte dringen so tief in die Seele der russischen Sprache ein, dass selbst Muttersprachler sich darin zu verirren Gefahr laufen. Für die deutschen Leser hingegen bleiben Sokolovs Bücher zum grössten Teil eine Symphonie, deren Pracht ihnen als taube Rezipienten unzugänglich bleibt.
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15. Dezember 2010von Anne Sturm
1. Preis im novinki-Wettbewerb - für das beste Autorenportrait!
Als sie vor fünfzehn Jahren nach Deutschland kam, kannte Tzveta Sofronieva vier Wörter: »gut«, »kaputt«, »heil« (von »Heil Hitler!«) aus russischen Kriegsfilmen und »das Sein«, wegen Kant. Derart ausgerüstet startete die 28-Jährige in ihre fünfte Sprache, die sie spielerisch lernte, „da sie nicht beabsichtigte, im Deutschen zu bleiben, wie Kinder nichts beabsichtigen“.
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15. Dezember 2010von Laura Burlon
2. Preis im novinki-Wettbewerb - für das originellste Autorenportrait! „Literatura babska – Weiberliteratur“, sagte meine Freundin, Polonistikstudentin aus Poznań, als ich sie fragte, warum Olga Tokarczuk auf größeres literaturwissenschaftliches Interesse stoße als Manuela Gretkowska. Warum Erstere in Deutschland einigermaßen bekannt sei, den Namen Manuela Gretkowska jedoch hierzulande noch kaum einer gehört habe. In der polnischen Öffentlichkeit sind schließlich beide Autorinnen sehr präsent und beide werden zur Frauenliteratur gezählt.
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20. Mai 2010von Andrea Zink

Vladimir Arsenijevićs Werke scheinen vom Abwassersystem des antiken Roms inspiriert. Es geht um die Existenz im Unrat, um das Leben während und nach den jugoslawischen Kriegen der 1990er Jahre. Arsenijević verfolgt feige Freaks und Drogendealer, alternde Schauspielerinnen und Drückeberger und bezieht sich selbst und den „Vorsitzenden“ (Milošević) in das postmoderne Spiel von Fakt und Fiktion mit ein.
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20. Nov. 2009von Anne Krier
Wieder und wieder zieht es Arkadij Babčenko in den Kaukasus – in den Krieg. Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Tschetschenienkrieg hat der studierte Jurist das Gewehr jedoch endgültig gegen die Waffen des Schriftstellers, Journalisten und neuerdings auch Kriegsfotografen eingetauscht: Mit Kugelschreiber und Kamera gerüstet, ist er in den Kampf gegen das Vergessen und für die Wahrheit gezogen. mehr ...
5. Dez. 2008von Niovi Maria Zampouka
Sigizmund Dominikovič Kržižanovskij hätte ein Glücksfall für jeden anspruchsvollen Leser werden können, wäre er nicht, wie er es selbst formulierte, „für seine Unbe-
kanntheit bekannt“ geworden. Ein Porträt über einen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen literarischen Solitär der 20er und 30er Jahre. mehr ...
20. Juni 2007 von Roman Widder
Seit langem in Deutschland lebend schreibt Martynova Gedichte auf Russisch, Prosa auf Deutsch, mit einem fremden und wachen Blick, und oftmals mit der Heimlichkeit und Vorsicht einer stillen Beobachterin.
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28. März 2007von Mariko Higuchi
Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkov schreibt Kriminalromane, die meist nur
den Rahmen für eine Realsatire bilden.
Mit zynischem Blick erfasst er den alltäglichen Wahnsinn der postsowjetischen Staaten. Seine Erzählungen bewegen sich
zwischen tragischer Komik und komischer
Tragik. mehr ...
10. Jan. 2007von Anna Kremser
Eine Begegnung mit der Aktionskünstlerin, Fotografin und Schriftstellerin Julia Kissina in ihrer Berliner Wohnung. Über das Spiel mit der eigenen Biografie, mit Klischees und Stereotypen, mit literarischen Verfahren und kunsthistorischen Traditionen. mehr ...
3. Nov. 2006von Michael Zgodzay
Der Dichter Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki ist in Polen ein Kultautor und gleichzeitig ein literarischer Einzelgänger. Er lässt sich keiner Gruppe oder Richtung zuordnen. Legendär sind seine Autorenlesungen, bei denen er in die Rolle eines alterslosen Greises schlüpft, um die Hörer in eine sehr dunkle Welt der Doppeldeutigkeit zu entführen. mehr ...
3. Nov. 2006von Miranda Jakiša
Miljenko Jergović ist zweifelsohne einer der herausragenden zeitgenössischen Schriftsteller aus Bosnien. 1966 in Sarajevo geboren gehört er zu der bosnisch-kroatisch-serbisch schreibenden Generation, die die jugoslawische Variante der europäischen Wende der 90er Jahre – meist im Begriff ‚Bürgerkrieg’ zusammengefasst – in ihrem ganzen Impetus erfahren und als prägend literarisch verarbeitet hat. mehr ...
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