„Es waren, frei nach Shakespeare, die Tauben und nicht der Pleitegeier“

31. Mai 2017 von Miroslav Grimm
gegengelesen

Mit Superheldinnen hat Barbi Marković einen hoffnungslosen und zugleich optimistischen Roman abgeliefert. Er besticht mit Witz und dezidierten Pop-Qualitäten. Was es mit der Gegenüberstellung von Tauben und dem Pleitegeier auf sich hat, offenbart sich zum Ende des Romans und ließe sich mit dem Kalauer „ist das Glas halb leer oder halb voll?“ umschreiben. Oder anders gesagt: Als Rezensent sollte ich nicht spoilern und tue es doch!

„…ich hatte das mächtige Verlangen, von langen Seufzern zu sprechen und das mit so wenig wie möglich Unterbrechung durch Interpunktion“

16. September 2015 von Srđan Sandić
zurückgefragt

Mal erkundet sie ihre Texte wie immer weiterführende Flure, mal muss sie sie wie Festungen erobern: Im Interview mit Srđan Sandić spricht die kroatische Schriftstellerin und Dramatikerin Ivana Sajko über die verwinkelten Prozesse des Schreibens, über sozioökonomischen Druck auf intime Beziehungen und über ihren soeben erschienenen Roman Ljubavni roman (dt. „Liebesroman“).

Den verkannten Attentätern

15. Dezember 2014 von Felicitas Claus
gegengelesen

1914 – 2014. Es ist wieder Denkmal-Zeit. In ganz Europa gedenken wir des ersten Weltkriegs und des Ereignisses, welches ihn auslöste. Dem Schützen, der in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger mit zwei Schüssen tötete, werden noch heute in Bosnien und Serbien Denkmäler gebaut. Die serbische Autorin Biljana Srbljanović will sie stürzen – und stellt doch in ihrem Drama Mali mi je ovaj grob (dt. Dieses Grab ist mir zu klein) nur weitere auf.

Dem Beat folgen

29. Juli 2013von Jelica Popović
zurückgefragt

Der Rapper Edo Maajka erreicht mit seinen Texten die Menschen von Slovenien bis Makedonien seit nun mehr als zehn Jahren. Im Gespräch mit novinki schaut er auf seine musikalischen Anfänge zurück, spricht über die Zeit während des Bosnienkrieges und sein Dasein als Flüchtling in Zagreb. Er gewährt uns einen Einblick in seine Arbeitsweise, erinnert sich an Jugoslavien und spricht über die Rolle des Hiphop.

Nationalismus ist die Luft, die wir atmen

01. Juli 2013 von Vladimir Arsenijević
nachgegangen

Vladimir Arsenijević, Schriftsteller und Publizist aus Belgrad, ist einer der wenigen, der den jüngsten Eklat im serbischen Literaturbetrieb – die heftigen (Über-)Reaktionen auf ein Gedicht Tomislav Markovićs – überhaupt öffentlich zur Sprache bringt. novinki übersetzt aus diesem Anlass Arsenijevićs Kommentar und sein Gespräch mit Tomislav Marković, in denen sie über die Rolle der Dichtung und über den ‚Patriotismus’ in Serbien nachdenken.

Zum Ivo Andrić-Jahr: Ein Interview-Dossier zur ‚Andrić-Debatte’

30. Januar 2013 von Ksenija Cvetković-Sander und Martin Sander
zurückgefragt

2011 und 2012 sind Jubiläumsjahre für Ivo Andrić, der mit seinen Romanen und Erzählungen über Bosnien Weltruhm erlangte. 1892 kam er als bosnischer Katholik auf die Welt, 1961 erhielt er den Literaturnobelpreis. Heute ist Andrić, einst als Brückenbauer zwischen den Nationen gefeiert, heftig umstritten. Ksenija Cvetković-Sander und Martin Sander führten Gespräche mit Andrić-Kennern aus Sarajevo, Višegrad, Travnik, Zagreb, Belgrad, Köln und Berlin.