Euromaidan – Anatomie des Augenblicks

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4. Mai 2015 von Adam Modest Zapert
gegengelesen

Zu jeder Nacht- und Tageszeit des Frühjahrs 2014 erreichten uns im Liveticker Nachrichten über Proteste in der Ukraine. Selten erfuhren wir zu jener Zeit etwas über die Hintergründe der Revolution auf Kiews Unabhängigkeitsplatz. Dem Sammelband Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht gelingt es, diese Lücke zu schließen.

Tristia – Taistra. Von Ovid über Mandelʼštam zu Marcel Beyer.

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10. Februar 2015 von Janika Rüter
nachgegangen

Die Himmel sind leer, die Vögel längst fortgezogen. Die Auguren schließen die brennenden Augen, Wimpernhaar, stechend (Osip Mandelʼštam). Sie sind müde von der verflogenen Zukunft, die sie geschaut haben. Vielleicht sind sie auch müde, weil die Bilder seit jeher eigentümlich sich gleichen, wie jene von Verbannung und Verlust, wie sie mit Ovid und später Osip Mandelʼštam aufziehen, zuletzt in Graphit nachgezeichnet von Marcel Beyer.

Ein Liebhaber der Literatur: Fritz Mierau zum 80. Geburtstag

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26. Oktober 2014 von Tatjana Hofmann
vorgestellt

Kauderwelsch des Lebens, Russen in Berlin, Mein russisches Jahrhundert – die Titel von Fritz Mieraus Publikationsliste fügen sich zum Buchzeugnis über die slavistische Literaturwissenschaft ostdeutscher Prägung zusammen. Es führt eine Arbeit vor Augen, die über fünf Jahrzehnte hinweg bis heute andauert, leidenschaftlich und bescheiden betrieben.

Kafka leidet an der Liebe (Happy Valentine’s Day) | 14./15. Februar 1914

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14. Februar 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Im Februar des Jahres 1914 ist Franz Kafka Europa schon weit voraus. Denn während der Kontinent den Schützengräben erst noch entgegen taumelt, vielmehr: schlafwandelt, wie man heute sagt, versinkt Kafka schon mit beiden Beinen im Morast und „schnapp[t] im Nebel“: Love is a battlefield. Er sitzt in Prag und wartet auf Briefe, die nicht kommen.

Böhmen liegt am Meer | Jubiläum einer Winterreise nach Mitteleuropa im Januar 1964

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10. Februar 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Im Januar vor 50 Jahren reist Ingeborg Bachmann von Berlin nach Prag und findet dort zu etwas Erholung von einer tiefen persönlichen Krise. Sie findet auch zu einem ihrer berühmtesten Gedichte: „Böhmen liegt am Meer”. Novinki erinnert an eine Winterreise zu einem so europäischen wie literarischen Nicht-Ort zwischen der Chiffre 1914 und heute.

Von bunten Vögeln und der Verpflichtung, nicht verbittert zu enden

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22. August 2013 von Claudia Pfitzner
gegengelesen

Kiev, 70er Jahre. Ruinen, Abrissbagger und eine Stimmung irgendwo zwischen Melancholie und Hoffnung. Während ihre Heimatstadt im sowjetischen Stil neu erbaut wird, erlebt Julia ihren ersten Wodkarausch, unterhält sich nachts im Bett mit den Führern des Weltproletariats und verheiratet ihre Klassenkameradin in einer geheimen Geisterbeschwörung mit einem verstorbenen französischen Schauspieler.