Die Hähnchenhälftenfrau

olga_matynova_moerikes-90px
02. August 2013 von Roman Widder
gegengelesen

Das Fleisch der Literatur sind die Worte. Jedes Buch besteht zunächst in einer Ansammlung von schönen, besonderen oder auf besondere Weise angeordneten Wörtern. Bei Olga Martynova finden wir zum Beispiel: “Pappelwolle”, “Einfallsarmut”, “Isabellafarbe”. Es sind lyrische Worte, die selbst schon aus Metaphern gebaut sind. Martynovas Vorliebe für solche Worte entspricht dem Eindruck, dass ihre Prosa unerschrocken an die Präzisionskraft von Metaphern glaubt.

Die nicht mehr neuen Menschen. Die Rückkehr des selbstbestimmten Subjekts

Cover-Weller90px
28. Januar 2013 von Tatjana Hofmann
gegengelesen

Identität, Individualität und Immunität biografischer Verläufe, die sich in der politischen und sozialen Willkür des postsowjetischen Russlands eigensinnig verfestigen – mit diesen Kennzeichen neuerer Romane und Filme scheint sich die Postmoderne endgültig zu verabschieden. Zumindest stellen sie eine Spannung zu jener Sinnoffenheit her, die in den letzten Jahrzehnten die ästhetischen Konturen vorgegeben hat. Diesen Grundkonflikt untersucht der von Bettina Lange, Nina Weller und Georg Witte herausgegebene Band Die nicht mehr neuen Menschen. Russische Filme und Romane der Jahrtausendwende.

Inmitten der Zeitflussschleife. Olga Martynovas erster Roman Sogar Papageien überleben uns

martynova_olga90x90
12. Juni 2011 von Roman Widder
gegengelesen

Gattungen sind Sprachen: Sie kennen bestimmte Tonlagen, ihr eigenes Gedächtnis und ihre eigenen Unaussprechlichkeiten. Vielleicht ist es darum kein Zufall, dass die in Deutschland lebende und bisher russischsprachige Lyrikerin Olga Martynova bei ihrem Wechsel in die Prosa auch die Sprache eintauschte, oder umgekehrt: dass sie den Eintritt in die deutsche Sprache zum Anlass nahm, sich eine neue Gattung anzueignen.

Diese Stadt kann auch weiß sein – Der neue Erzählband von Tzveta Sofronieva

Sofronieva-Cover90x90
11. April 2011 von Anne Sturm
gegengelesen

Die bulgarischstämmige Autorin Tzveta Sofronieva hat sich bislang vor allem durch ihre Lyrik und ihre Literaturinstallationen einen Namen gemacht. 2009 wurde sie anlässlich der Publikation ihres ersten komplett deutschsprachigen Gedichtbandes Eine Hand voll Wasser für ihr deutschsprachiges Gesamtwerk mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet.

“Terroristin in der Terra Incognita der Zwischensprachlichkeit”

90x90Tzveta
15. Dezember 2010 von Anne Sturm
vorgestellt

1. Preis im novinki-Wettbewerb – für das beste Autorenportrait!

Als sie vor fünfzehn Jahren nach Deutschland kam, kannte Tzveta Sofronieva vier Wörter: »gut«, »kaputt«, »heil« (von »Heil Hitler!«) aus russischen Kriegsfilmen und »das Sein«, wegen Kant. Derart ausgerüstet startete die 28-Jährige in ihre fünfte Sprache, die sie spielerisch lernte, „da sie nicht beabsichtigte, im Deutschen zu bleiben, wie Kinder nichts beabsichtigen“.

„Sekond Hend“ – Mythen und Geschichten über die Krim

nasledie90
12. September 2008 von Tatjana Hofmann
gegengelesen

Das Land der Goten, Zufluchtsort der Griechen, Erinnerungsort an mehrere Kriege und überhaupt das Allunionssanatorium der Sowjetunion befinden sich allesamt auf der Krim – wenn man Texten über sie glauben darf. Nicht nur literarische Werke füllen diesen Raum in der heutigen Ukraine kreativ aus, sondern auch wissenschaftliche.