Der Preis der Berufung

13. Mai 2019 von Amanda Beser
nachgegangen

Wenn der Wahn an die Tür einer heteronormativen Kernfamilie klopft und sich das Empusa-Wesen Namens „Manananggal“ erhebt, wenn die Selbstverwirklichung einer Mutter und Hausfrau zu bersten beginnt, gar eine sexuelle Revolution einzuleiten droht, dann befindet sich das kollektiv-erschrockene Publikum mitten in Ana Urushadzes internationalpreisgekröntem Drama-Debüt – Saschischi Deda (Scary Mother, 2017).

Wach auf!

In Annas Leben ist der Traum von der vermeintlich besseren Welt namens USA zum Greifen fern. Der georgische Film Anas Ckhovreba (Annas Leben) von Nino Basilia lässt spüren, was es bedeutet, wenn eine alleinerziehende Frau für die Zukunft ihres Sohnes und sich selbst kämpft, doch auch, dass tickende Zeitbomben nicht immer hochgehen müssen. Anna will […]

Standardisierte Fälschung oder Tiflis am Abgrund des Gefaketen

19. März 2016 von Irine Beridze
gegengelesen

Zaza Burchuladze bekam in Georgien schon früh den Ruf des geschickten Provokateurs. Sein exzentrisches Auftreten in den Medien und seine direkten Invektiven gegen die orthodoxe Kirche haben nicht nur die Verkaufszahlen seiner Bücher rasch nach oben getrieben, sondern auch seine letztliche Flucht aus Georgien bedingt. Sein Buch Adibas (georgische Erstveröffentlichung 2009) liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

Ein Ort, kein Raum und ein Zimmer. Tamta Melaschwili am Zürichsee

7. Mai 2015 von Nina Seiler & Stefanie Heine
zurückgefragt

Die georgische Schrifstellerin Tamta Melaschwili weilt derzeit als Writer in Residence in Zürich. Bei der Sendung ctrl. x von Litradio Zürich sprach sie mit Nina Seiler und Stefanie Heine über ihre Orte des Schreibens, das Verschwinden des Raums im Krieg und Frauen im literarischen Raum.

Der gescheiterte Westflug

16. März 2015 von Irine Beridze
gegengelesen

Die Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit kommt in Georgien im Schneckentempo voran. Umso wichtiger ist es, dass die Literatur an jene Vergangenheit erinnert. In seinem preisgekrönten Dokumentarroman Westflug nimmt sich Dato Turaschwili die Geschichte der Tiflisser Flugzeugentführung im November 1983 vor – und rekonstruiert den Fall mit beeindruckender Eindringlichkeit.

„Der Mensch ist auf der Suche nach dem Verlust seiner Freiheit.“ Interview mit Giorgi Maisuradze

27. Mai 2014 von Philomena Grassl
zurückgefragt

Giorgi Maisuradze: Schriftsteller, Philosoph, Kulturwissenschaftler. Er gilt als scharfer Kritiker des klerikal-nationalistischen Diskurses in Georgien. Seine Forderung: Die Kultur muss endlich das ihr zustehende Terrain zurückerobern, das gegenwärtig von der Kirche besetzt wird. Novinki hat ihn in Berlin-Kreuzberg besucht, wo er seit 16 Jahren lebt, und ihn über seine Neuerscheinungen und Georgiens explosive kulturelle Szene befragt.