Der bulgarische Existenzialist

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28. Juni 2017 von Caroline Morfeld
gegengelesen

Was für einen Sinn hat das menschliche Dasein? Nirgends sind wir offensichtlicher mit dieser existenziellen Frage konfrontiert als im Angesicht des Todes. Georgi Gospodinov zeigt uns, dass es keinen Grund zu verzweifeln gibt, solange der Mensch im Geiste frei und der Alltag voll Fantasie ist.

Über das Bedürfnis nach einem Gespräch in Zeiten von Social Media und über die Kunst der Reportage in Polen

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10. Juli 2016 von Dominika Herbstzurückgefragt

Włodzimierz Nowak ist Chefredakteur des Reportage-Magazins der größten polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Vor kurzem ist sein zweites Buch mit dem Titel Das Herz der Nation an der Bushaltestelle in Deutschland erschienen. novinki sprach mit dem Autor und Reporter über die „Unverwüstlichkeit“ der polnischen Reportage, die Besonderheiten dieses Genres in Polen und den ständigen Wettbewerb mit den sozialen Medien.

Wenn tollwütige Hunde nicht nur bellen, sondern weißlatzige Katzen töten

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28. April 2016 von Manuel Alberto Garciolo
gegengelesen

Erträumte Parallelwelten, die Angst vor der Leere des Lebens und absurd-groteske Daseinsbewältigungen tun sich als Riss im Alltag auf, wenn bissige Hunde aus ihrem kreativen Schlaf geweckt werden. Erlösung sucht man dabei in Dorota Masłowskas neuestem Werk vergeblich. Man kann nur ein zynisch-resigniertes Lachen von sich geben und hoffen, dass es nicht im Halse stecken bleibt.

Die unendliche Schwermut eines Desillusionierten

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8. April 2016 von Olga Herdt
gegengelesen

August 1991. Der Eiserne Feliks schlägt dumpf auf dem Asphalt auf; die UdSSR zerbröckelt in ihre einzelnen Buchstaben. Berauscht vom Wind of Change legen die Menschen ihre Trümmer auf dem Friedhof der Geschichte ab. Doch dass die Toten nicht immer bereit sind zu ruhen, weiß Sergej Lebedev kunstvoll in seinem neuen Roman Menschen im August (Ljudi avgusta) zu zeigen.

Keine einfache Partie, aber angenehm unbequem. Aleksandar Hemons Buch meiner Leben

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7. April 2016 von Anne-Christin Grunwald
gegengelesen

Aleksandar Hemons erstes autobiografisches Werk ist eine spannende Partie. Eine, bei der nach dem Schlusspfiff die Halbzeitpause kommt und die auf mehreren Plätzen zugleich gespielt wird. In kurzen Episoden erzählt er von Fußball und Schach, Sarajevo und Chicago, Unbequemem und manchmal Unerträglichem – oder enttarnt ganz nebenbei die westliche Selbstgefälligkeit unter dem Deckmäntelchen multikultureller Öffnung.