Standardisierte Fälschung oder Tiflis am Abgrund des Gefaketen

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19. März 2016 von Irine Beridze
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Zaza Burchuladze bekam in Georgien schon früh den Ruf des geschickten Provokateurs. Sein exzentrisches Auftreten in den Medien und seine direkten Invektiven gegen die orthodoxe Kirche haben nicht nur die Verkaufszahlen seiner Bücher rasch nach oben getrieben, sondern auch seine letztliche Flucht aus Georgien bedingt. Sein Buch Adibas (georgische Erstveröffentlichung 2009) liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

Arkadij Babčenko: Ein Tag wie ein Leben. Krieg, Vaterland & Co.

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7. März 2016 von Jürgen Wald
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Arkadij Babčenko verzichtet auf Beschönigungen. Er wählt drastische Worte, nennt den Krieg einen Schwanzvergleich und betont, dass er keine positiven Seiten hat. Wer Ein Tag wie ein Leben gelesen hat, wird dem kompromisslos zustimmen müssen.

Es herrscht Krieg. Andrej Kurkovs Ukrainisches Tagebuch

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4. Mai 2015 von Natalie Ost
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Wie oft hat man im letzten Jahr in den Medien gehört, dass der Konflikt in der Ukraine mit einem Sprachproblem zwischen ethnischen Russen und Ukrainern zusammenhängt. Andrej Kurkov, einer der bekanntesten ukrainischen Autoren, der die meisten seiner Bücher auf Russisch verfasst hat, zeigt in seinem Ukrainischen Tagebuch eindrücklich, dass es auf dem Majdan um etwas ganz anderes ging.

Euromaidan – Anatomie des Augenblicks

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4. Mai 2015 von Adam Modest Zapert
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Zu jeder Nacht- und Tageszeit des Frühjahrs 2014 erreichten uns im Liveticker Nachrichten über Proteste in der Ukraine. Selten erfuhren wir zu jener Zeit etwas über die Hintergründe der Revolution auf Kiews Unabhängigkeitsplatz. Dem Sammelband Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht gelingt es, diese Lücke zu schließen.

Das Erzählen als Lust, Provokation, Klage

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24. April 2015 von Eva Palkovičová
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In ihrem Roman Dreizimmerwohnung aus Plastik (Umělohmotný Trípokoj) taucht Petra Hůlová in die Welt einer modernen Prostituierten in Prag ein. Die Lektüre verspricht den Genuss sprachlicher Genialität und zugleich Schamesröte im Gesicht: Hůlovás Erzählerin bringt tiefste Intimitäten zur Sprache – und lässt kein gutes Haar am bürgerlichen Leben.

Im Rausch des Ekels: Szczepan Twardochs Morphin

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23. April 2015 von Fritz Tudyka
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Fragt man Opiat-Abhängige, wie sie den Rauschzustand nach dem Konsum der Droge erleben, erhält man meist schwer greifbare und wirre Antworten. Morphin ist ein solches Opiat. Der auch auf Deutsch erschienene Roman des polnischen Autors Szczepan Twardoch steht dem namengebenden Suchtmittel in Sachen Rauschhaftigkeit in nichts nach. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser hineingesogen ins Warschau des Jahres 1939, in eine Welt voll kalten Ekels, schonungsloser Gewalt und fesselnder Begierde.