„Ich muss nicht immer so übermenschlich konsequent sein“

5. März 2012 von Peter Wegenschimmel
nachgegangen

Tadeusz Różewicz könnte ein absurdes Stück schreiben über den unbeholfenen Umgang der Stadt Breslau mit dem bekanntesten und mittlerweile ältesten ihrer Dichter. Da schneit vor zwei Jahren der Stadtpräsident, Pan Dutkiewicz, in des Dichters Wohnküche herein: „was hielten Sie eigentlich von einem Różewicz-Jahr?“ Natürlich zaudert da Różewicz, dessen Medienscheu beinahe sprichwörtlich in Polen ist – und man beginnt das Feilschen.

Dichter und Verleger: Ivan Malkovyč hat gleich zwei Berufungen

10. Mai 2011 von Jutta Lindekugel
zurückgefragt

1992, ein Jahr nachdem die Ukraine von der Sowjetunion unabhängig wurde, gründete Ivan Malkovyč den ersten Verlag, der auf Kinderbücher in ukrainischer Sprache setzte, den ersten, der nicht staatlich war. A-BA-BA-HA-LA-MA-HA ist bekannt dafür, die teuersten, aber auch die besten Bücher der Ukraine herzustellen.

„Terroristin in der Terra Incognita der Zwischensprachlichkeit“

15. Dezember 2010 von Anne Sturm
vorgestellt

1. Preis im novinki-Wettbewerb – für das beste Autorenportrait!

Als sie vor fünfzehn Jahren nach Deutschland kam, kannte Tzveta Sofronieva vier Wörter: »gut«, »kaputt«, »heil« (von »Heil Hitler!«) aus russischen Kriegsfilmen und »das Sein«, wegen Kant. Derart ausgerüstet startete die 28-Jährige in ihre fünfte Sprache, die sie spielerisch lernte, „da sie nicht beabsichtigte, im Deutschen zu bleiben, wie Kinder nichts beabsichtigen“.

Heuschreckenmusik

20. August 2010 von Gianna Frölicher
gegengelesen

Die Dichterin Valžina Mort ist eine der wenigen Vertreterinnen einer neuen weissrussischen SchriftellerInnengeneration, die international Beachtung findet. Ihre kraftvollen prosanahen Gedichte lassen die oft tot geglaubte weissrussische Sprache lebendiger denn je erscheinen. Morts Gedichtband Tränenfabrik liegt in deutscher Übersetzung vor.

Der Zerfall des Atoms – textueller Suizid eines Nihilisten auf Gottessuche

1. Februar 2010 von Lennart Wolff
gegengelesen

1937 in Paris verfasst, spiegelt sich im Zerfall des Atoms wie wohl in keinem anderen Werk der russischen Literatur die existentielle Zerrissenheit eines Dichters im Exil wider, der sich im intellektuellen Klima der Vorkriegszeit auf die verzweifelte Suche nach Sinn, Realität und Wahrheit begibt.