Im Rausch des Ekels: Szczepan Twardochs Morphin

23. April 2015 von Fritz Tudyka
gegengelesen

Fragt man Opiat-Abhängige, wie sie den Rauschzustand nach dem Konsum der Droge erleben, erhält man meist schwer greifbare und wirre Antworten. Morphin ist ein solches Opiat. Der auch auf Deutsch erschienene Roman des polnischen Autors Szczepan Twardoch steht dem namengebenden Suchtmittel in Sachen Rauschhaftigkeit in nichts nach. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser hineingesogen ins Warschau des Jahres 1939, in eine Welt voll kalten Ekels, schonungsloser Gewalt und fesselnder Begierde.

Ein Tornado aus Wałbrzych

26. April 2014 von Nina Seiler
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Dominika Chmura wird vom Wind in die Welt hinausgeblasen. Jenem Wind, der alle Figuren in Joanna Bators Roman Wolkenfern (Chmurdalia) mal stürmischer, mal zärtlicher umweht. Der Roman spannt einen Bogen zwischen verschiedenen Generationen, verbindet Realität und Mythos – und ist ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Lebensweise, die die vergangene und die zukünftige Welt umarmt, ohne sich ihr zu ergeben.

Die Melancholie des Unausweichlichen

12. November 2013 von Xenia Heinz
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Mit dem Blick eines stillen Beobachters beschreibt Andrzej Stasiuk, mal nüchtern-existentialistisch, mal zärtlich-nostalgisch, den Antritt der letzten aller Reisen. Kurzes Buch über das Sterben heißt Stasiuks zuletzt erschienener Kurzgeschichtenband.

World War Z auf Polnisch

24. Oktober 2013 von Maria Przyborowska
gegengelesen

Aus Kellern und Abwasserkanälen im Warschauer Stadtteil Muranów, der nach dem Krieg auf den Trümmern des Ghettos erbaut wurde, tauchen Juden als Untote auf. Am Anfang nur einige, dann werden es immer mehr und plötzlich sind sie überall. Warum? Weil sie immer noch ans Leben gebunden sind? Igor Ostachowicz spürt in seinem zweiten Roman der unterschwelligen Präsenz der Vergangenheit in der polnischen Gegenwart nach.

Lies dir diesen Striptease durch oder wie Mariusz Szczygieł den Alltag pikant würzt

13. Februar 2013 von Zuzanna Krzysztofik
vorgestellt

Das ist eine Beziehung, kein Verhältnis wie zwischen einer Prostituierten und ihrem Kunden. Ein Liebesverhältnis ist das oder sogar die Liebe. Im Idealfall dauert sie drei Monate: nach der ersten Faszination gibt es einen Monat für gründliches Kennenlernen, der zweite ist zum Erwägen, dann bleibt noch die Zeit für attraktives Kleiden. Manchmal muss Mariusz Szczygieł sich jedoch nur mit zwei Wochen zufrieden geben, um seine Reportage fertigzustellen.

Es gimpelt

3. Dezember 2012 von Friederike Jacob
nachgegangen

Der Kinderbuchverlag Gimpel erobert mit hochwertigen Büchern den deutschen Kinderbuchmarkt und zeigt, was dieser von Polen lernen kann.