Standardisierte Fälschung oder Tiflis am Abgrund des Gefaketen

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19. März 2016 von Irine Beridze
gegengelesen

Zaza Burchuladze bekam in Georgien schon früh den Ruf des geschickten Provokateurs. Sein exzentrisches Auftreten in den Medien und seine direkten Invektiven gegen die orthodoxe Kirche haben nicht nur die Verkaufszahlen seiner Bücher rasch nach oben getrieben, sondern auch seine letztliche Flucht aus Georgien bedingt. Sein Buch Adibas (georgische Erstveröffentlichung 2009) liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

„…ich hatte das mächtige Verlangen, von langen Seufzern zu sprechen und das mit so wenig wie möglich Unterbrechung durch Interpunktion“

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16. September 2015 von Srđan Sandić
zurückgefragt

Mal erkundet sie ihre Texte wie immer weiterführende Flure, mal muss sie sie wie Festungen erobern: Im Interview mit Srđan Sandić spricht die kroatische Schriftstellerin und Dramatikerin Ivana Sajko über die verwinkelten Prozesse des Schreibens, über sozioökonomischen Druck auf intime Beziehungen und über ihren soeben erschienenen Roman Ljubavni roman (dt. „Liebesroman“).

„Mein Buch ist wie eine Art Stromschlag, der die ganze Stadt erfasst“

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8. August 2015 von Ekaterina Vassilieva
zurückgefragt

In seinem Debütroman Paranoia entwirft der belarussische Schriftsteller Viktor Martinovič eine antiutopische Welt, die offensichtliche Parallelen zum heutigen Belarus aufweist. Seit 2014 liegt der Roman auch in deutscher Übersetzung vor. Im Gespräch mit Ekaterina Vassilieva erzählt Martinovič über das Verbot von Paranoia in seinem Heimatland, die neue Sprachpolitik in Minsk und seinen neuesten Roman Mova.

Das Erzählen als Lust, Provokation, Klage

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24. April 2015 von Eva Palkovičová
gegengelesen

In ihrem Roman Dreizimmerwohnung aus Plastik (Umělohmotný Trípokoj) taucht Petra Hůlová in die Welt einer modernen Prostituierten in Prag ein. Die Lektüre verspricht den Genuss sprachlicher Genialität und zugleich Schamesröte im Gesicht: Hůlovás Erzählerin bringt tiefste Intimitäten zur Sprache – und lässt kein gutes Haar am bürgerlichen Leben.

Im Rausch des Ekels: Szczepan Twardochs Morphin

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23. April 2015 von Fritz Tudyka
gegengelesen

Fragt man Opiat-Abhängige, wie sie den Rauschzustand nach dem Konsum der Droge erleben, erhält man meist schwer greifbare und wirre Antworten. Morphin ist ein solches Opiat. Der auch auf Deutsch erschienene Roman des polnischen Autors Szczepan Twardoch steht dem namengebenden Suchtmittel in Sachen Rauschhaftigkeit in nichts nach. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser hineingesogen ins Warschau des Jahres 1939, in eine Welt voll kalten Ekels, schonungsloser Gewalt und fesselnder Begierde.