Vivisektion eines Jahrhunderts: Autorinportrait Angela Rohr

30. Januar 2020von Georgia Lummert
vorgestellt

Nicht jedes literarische Talent bekommt zu Lebzeiten das Publikum, das es verdient. Die österreichisch-sowjetische Literatin, Journalistin, Medizinerin und Psychoanalytikerin Angela Rohr ist ein solcher Fall. Erst in diesem Jahrhundert nahm sich die Germanistin Gesine Bey der Aufgabe an, die Lebensgeschichte der 1985 in Moskau Verstorbenen zu rekonstruieren sowie ihre literarischen, journalistischen und autobiographischen Schriften (neu) herauszugeben.

Filmfestival „Zerkalo“: Die russische Peripherie im Fokus

06. Dezember 2019von Elisabeth Bauer
nachgegangen

Wie macht man das – ein internationales Filmfestival in einer Stadt, die abseits der kulturellen Zentren Russlands, Moskau und Sankt Petersburg, liegt? Das XIII. Internationale Andrej Tarkovskij Filmfestival, das nach Tarkovskijs Film Zerkalo (dt. Spiegel) benannt ist und jährlich in Ivanovo stattfindet, hat im vergangenen Juni bewiesen, dass dies sehr wohl möglich ist – dank des leidenschaftlichen Einsatzes eines neu aufgestellten Festivalteams aus St. Petersburg und unter Einschluss einer engagierten lokalen Kulturszene.

Plattform für experimentelle Lyrikformate und Labor für forschungsorientiertes Lesen – Die Literaturzeitschrift „Translit“

18. November 2019von Natalia Grinina
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Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 wird die Sankt Petersburger Literaturzeitschrift Translit von Pavel‘ Arsen’jev [Pawel Arsenjew] herausgegeben, der in persona Dichtung und Literaturwissenschaft miteinander verbindet. novinki stellt die letzten zwei Hefte, #21 K novoj poėtike (dt. Zur neuen Poetik) und #22 Zastoj/ Bystrye Kommunikacii (dt. Stagnation/Schnelle Kommunikation), vor.

58. Internationale Kunstausstellung in Venedig: Goldener Löwe an Litauen

05. November 2019von Jeva Griskjane & Barbara Wurm
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May You Live in Interesting Times lautet der Titel der 58. Kunst-Biennale in Venedig, die am 11. Mai 2019 eröffnet wurde und noch bis 24. November läuft. Sie ist eine der wichtigsten und gleichzeitig ältesten Kunstausstellungen weltweit (Gründungsjahr: 1895). Der diesjährige US-amerikanische Kurator Ralph Rugoff, Leiter der Hayward Galerie in London, lud 79 zeitgenössische internationale Künstler_innen ein, ihre multimedialen Kunstwerke in den Hauptausstellungsorten der Biennale – dem Arsenale und den Giardini – zu präsentieren. novinki war vor Ort.

Letzte Nachricht aus dem Lager

04. November 2019von Jonas Stoll
gegengelesen

Irina Ščerbakova [Irina Scherbakowa] rekonstruiert die Geschichten von 14 Vätern, die in der Sowjetunion in den 1930er und 1940er Jahren zu Lagerhaft und Tod verurteilt wurden. Damit setzt sie den Opfern des stalinistischen Terrors in Ich glaube an unsere Kinder ein Denkmal. Jetzt ist die deutsche Übersetzung erschienen.

„Der Krieg trat in mein Haus ein“ – Interview mit Vladimir Rafeenko

22. Oktober 2019 von Susi K. Frank, Olga Danilenko
zurückgefragt

Vladimir Rafeenko (49 Jahre) ist ein ukrainischer Dichter und Schriftsteller aus Donezk, der auf Russisch schreibt. Er studierte „Russische Sprache und Literatur“ und „Kulturwissenschaften“ an der Nationalen Universität Donezk. Sein erstes Buch, der Gedichtband Tri dnja sredi nedeli („Drei Tage unter der Woche“) erschien 1998 in Donezk. Rafeenko wurde bereits zweimal mit dem Preis der „El’cyn Foundation“ für außerhalb der Russischen Föderation publizierende russischsprachige Autor_innen, der „Russkaja premija“, ausgezeichnet. novinki im Gespräch mit einem auf Russisch schreibenden, ukrainischen Schriftsteller.