Es herrscht Krieg. Andrej Kurkovs Ukrainisches Tagebuch

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4. Mai 2015 von Natalie Ost
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Wie oft hat man im letzten Jahr in den Medien gehört, dass der Konflikt in der Ukraine mit einem Sprachproblem zwischen ethnischen Russen und Ukrainern zusammenhängt. Andrej Kurkov, einer der bekanntesten ukrainischen Autoren, der die meisten seiner Bücher auf Russisch verfasst hat, zeigt in seinem Ukrainischen Tagebuch eindrücklich, dass es auf dem Majdan um etwas ganz anderes ging.

Leichenberge, wohin man auch schaut

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26. Januar 2015 von Tatjana Schmalz
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Viel Zeit hatte die Litauerin Dalia Grinkevičiūtė nicht, um ihre Erinnerungen an die Deportation und das Leben in der Arktis niederzuschreiben. In knappen Worten beschreibt sie den Hunger, die Kälte, ihre Hoffnungen und Ängste. Vor allem aber gibt sie eindringlich Zeugnis vom menschlichen Überlebenswillen. Aber der Himmel – grandios, längst Pflichtlektüre an litauischen Schulen, ist im Jahr 2014 endlich auch auf Deutsch erschienen.

Der nur scheinbar naive Blick

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2. September 2014 von Mechthild Rutzen
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In einer bescheidenen Auflage ist das Tagebuch der Polina Žerebcova (Dnevnik Žerebcovoj Poliny) 2011 zunächst erschienen. Vor Kurzem wurde ein weiterer Teil des Tagebuchs veröffentlicht: Muravej v stekljannoj banke („Ameise im Glas“). Žerebcova beschreibt ihre Jugend während des zweiten Tschetschenienkriegs – es ist ein privates Tagebuch und zugleich ein öffentliches Dokument: Die Autorin weiß, dass ihre Stimme ein Gegengewicht zur offiziellen Kriegsberichterstattung sein kann.

Kafka leidet an der Liebe (Happy Valentine’s Day) | 14./15. Februar 1914

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14. Februar 2014 von Janika Rüter
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Im Februar des Jahres 1914 ist Franz Kafka Europa schon weit voraus. Denn während der Kontinent den Schützengräben erst noch entgegen taumelt, vielmehr: schlafwandelt, wie man heute sagt, versinkt Kafka schon mit beiden Beinen im Morast und „schnapp[t] im Nebel“: Love is a battlefield. Er sitzt in Prag und wartet auf Briefe, die nicht kommen.

Russland, vom Schopf der Welt betrachtet…

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9. März 2009 von Ines Steger
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Vom Rand der Welt betrachtet sieht Russland ganz anders aus – wie auch „Jewropa“. Mariusz Wilks Tagebuch aus Karelien führt in die Abgeschiedenheit der Onegaregion, in einen faszinierenden Kulturraum, den es zu entdecken gilt.