Das Erzählen als Lust, Provokation, Klage

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24. April 2015 von Eva Palkovičová
gegengelesen

In ihrem Roman Dreizimmerwohnung aus Plastik (Umělohmotný Trípokoj) taucht Petra Hůlová in die Welt einer modernen Prostituierten in Prag ein. Die Lektüre verspricht den Genuss sprachlicher Genialität und zugleich Schamesröte im Gesicht: Hůlovás Erzählerin bringt tiefste Intimitäten zur Sprache – und lässt kein gutes Haar am bürgerlichen Leben.

Lost in Altpapier.

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28. März 2014 von Janika Rüter
2014 – 1914 – 1964

Wir wirbeln in den langen Sätzen von Bohumil Hrabals allzu lauter Einsamkeit.
Eine Würdigung zum hundertsten Geburtstag.

Ein Buch zitiert sich selbst

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22. November 2013 von Maria Nowotnick
gegengelesen

Böhmische Erzählfreude trifft auf melancholische Sehnsucht nach der Fremde: In Markéta Pilátovás Roman Mein Lieblingsbuch haben die vielfältigen Charaktere eines gemeinsam – sie suchen verzweifelt nach Wegen, um ihrem harten Alltag zu entfliehen. Als Schauplatz wählt die Autorin den Slum einer fiktiven südamerikanischen Großstadt.

„Vielleicht ist Tschechien einfach zu klein für große Romane“

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27. September 2012 von P.Karaszewska, H.Puchta & D.Zurschmitten
zurückgefragt

Jaroslav Rudiš (*1972) hat im Wintersemester 2012/13 die von der HU in Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag ins Leben gerufene und vom DAAD geförderte Siegfried-Unseld-Professur inne. Der tschechische Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker wurde vor allem durch seine Romane Der Himmel unter Berlin (2002) sowie Grand Hotel (2006) bekannt. Kürzlich sorgte die Verfilmung seines Comics Alois Nebel international für Furore, die jetzt für den European film award vorgeschlagen ist.

Von Briefen in Keilschrift und schwarzweißen Lämmern

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5. Januar 2011 von Anna Foerster
gegengelesen

Mit seinem 2008 erschienenen Debütroman Milostný dopis klínovým písmem (Liebesbrief in Keilschrift) avancierte der 1966 geborene Tomáš Zmeškal quasi über Nacht zum neuen Hoffnungsträger der tschechischen Literatur. Sein Roman über die Angehörigen einer Prager Familie bestach vor allem durch seine ungewöhnliche Erzählweise, die allerlei fremde Gattungen wie Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Träume integrierte und sich auf kluge und sehr charmante Weise unzähliger Anleihen nicht aus der tschechischen Literatur bediente.

Viele Geschichten und ein Roman

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19. April 2010 von Dimitrije Prica
gegengelesen

Die zeitgenössische Schriftstellergeneration Tschechiens ist jung und unglaublich aktiv. Wieviel sie zu sagen hat, aber auch wie schwierig es gleichzeitig ist, seinen Gedanken einen entsprechenden und ausgewogenen Ausdruck zu verleihen, zeigt uns der Prager Ondřej Macura in seinem ersten Roman Netopýři.