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Der gescheiterte Westflug

Posted on 16. März 2015 by Irine Beridze
Die Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit kommt in Georgien im Schneckentempo voran. Umso wichtiger ist es, dass die Literatur an jene Vergangenheit erinnert. In seinem preisgekrönten Dokumentarroman "Westflug" nimmt sich Dato Turaschwili die Geschichte der Tiflisser Flugzeugentführung im November 1983 vor – und rekonstruiert den Fall mit beeindruckender Eindringlichkeit.

Die Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit kommt in Georgien im Schneckentempo voran. Umso wichtiger ist es, dass die Literatur an jene Vergangenheit erinnert. In seinem preisgekrönten Dokumentarroman „Westflug“ nimmt sich Dato Turaschwili die Geschichte der Tiflisser Flugzeugentführung im November 1983 vor – und rekonstruiert den Fall mit beeindruckender Eindringlichkeit.

 

turaschwili_westflug_cover

Das Phantom der kommunistischen Ordnung ist in Georgien noch immer präsent. Die Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit kommt im Schneckentempo voran. Zwar schaut die gegenwärtige Regierung nach Westen und hofft auf eine baldige EU-Mitgliedschaft, trotzdem gelingt es ihr nicht, sich endgültig von der Vergangenheit zu verabschieden. Umso wichtiger ist es, dass die Literatur an jene Vergangenheit erinnert.

 

Die Geschichte der Tiflisser Flugzeugentführung aus dem Jahr 1983 gleicht heute fast einem Mythos. Am 18. November 1983 haben sich sieben junge Georgier aus Tbilissi vorgenommen, ein Flugzeug Richtung Türkei, also in die Freiheit, zu entführen. Die Beteiligten stammten aus intellektuellen Kreisen der jungen Generation in Georgien. Sie waren Ärzte, Schauspieler und Künstler, trugen aus dem Ausland eingeschmuggelte Jeans, hörten Voice of America und Pink Floyd, zitierten Kant und fielen durch ihr antisowjetisches Verhalten auf. Heute beschäftigt man sich künstlerisch mit dem Fall, sowohl in Film und Theater als auch in der Literatur. Im Jahre 2003 rekonstruierte der georgische Regisseur und Absolvent der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Zaza Rusadze, in seinem Film Banditen die Geschichte der Flugzeugentführung. In Georgien kursieren noch immer allerlei Legenden über diese jungen Leute. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Familienangehörigen der Entführer über Jahre hinweg nichts über das Schicksal ihrer Verwandten wussten. Einige vermuteten die jungen „Terroristen“ und „Banditen“, wie sie damals in den Medien bezeichnet wurden, in den sowjetischen Lagern oder gar im Ausland.

 

In seinem Dokumentarroman Westflug beschäftigt sich der georgische Autor Dato Turaschwili mit der gescheiterten Flugzeugentführung, die für fast alle unmittelbar Beteiligten und einige Flugzeugpassagiere tödlich endete. Der Schriftsteller und an der Universität in Tbilissi tätige Literaturwissenschaftler gehört selbst zu jener Generation, deren Vertreter 1988/89 als Anführer der Studentenproteste in der georgischen Hauptstadt fungierten. Im Rückgriff auf Zeugenaussagen entwirft er in seinem Roman beeindruckende Geschichten, in denen Realität und Fiktion stets ineinanderfließen. Turaschwili rekonstruiert den mysteriösen Fall in einer einfachen Sprache und mit beeindruckender Eindringlichkeit.

 

Der Erzähler führt alle Hauptprotagonisten nacheinander ein. Die damals 18-jährige Kunststudentin Tina, die einzige weibliche Beteiligte an der Entführung, konnte der Todesstrafe entkommen. Sie verliebte sich in ihren 22-jährigen Verehrer Gega Kobachidse, den schon damals populären Schauspieler. Kurz vor ihrem ersten Treffen wird Gega wegen seiner Wrangler-Weste auf der Straße überfallen und fast tödlich verletzt. Jeans waren damals das höchstbegehrte Kleidungsstück in ganz Georgien und „verführerischer als Evas Apfel“. Amerikanische Jeans sind zugleich eine der wichtigsten ,Figuren' des Romans. Der Vater von Soso Zereteli, einem der Flugzeugentführer, ein angesehener sowjetischer Wissenschaftler, schmuggelt sie aus den USA und entkommt nur knapp der Verhaftung. Zu einem Gespräch beim ZK-Sekretär erscheint wiederum der Vater von Kacha und Paata Iverieli aus Protest in einer Jeanshose: „Die Jeans roch immer noch nach seinen Söhnen. Er zog sie an und machte sich auf den Weg zu Schewardnadse.“ Im Original heißt der Roman Jinsebis Taoba (Die Jeansgeneration).

 

Gega und Tina, „das schönste Paar der Welt“, suchen im Roman nach einer Idylle in ihrer Zweisamkeit. Sie bewundern Sonnenaufgänge in der leeren Stadt, fahren zum Meer an die türkische Grenze, um der Freiheit des Westens ein Stück weit näher zu kommen. Sie stellen sich ihr Leben in einem freien Land vor und spielen verschiedene Fluchtmöglichkeiten durch: „,Ich kann das Meer nicht durchschwimmen.‘ ‚Ich auch nicht.‘ (…) ‚Wie willst du es dann machen?‘ ‚Ich werde fliegen.‘ ‚Fliegen kannst du also besser?‘ (…) ‚Ich werde wirklich fliegen. Aber nur mit dir.‘“ Als ahne Gegas Freund Soso ihr kurzes Glück, sagte er zu dem Paar: „Ihr seid viel zu schön für die Regierung. Passt gut auf euch auf!“

 

turaschwili_westflug_cover_georgischAls angeblicher Anführer der „Bande“ tritt im Roman außerdem der 33-jährige Mönch Temur Chikhladze auf. Die orthodoxe Religion galt in der Sowjetunion als verpönt. Für den Mönch fängt „der Weg zur Freiheit (…) in der Kirche an“. Für seine Freunde allerdings erst außerhalb der sowjetischen Grenze. Als könnte der Mönch der Zeit vorauseilen, stellt er in einer Passage fest: „Die Menschen, die jetzt massenweise bei den Paraden mitlaufen, würden genauso massenhaft in die Kirchen strömen und sich überall bekreuzigen, wo sie Menschensammlungen oder Kirchen erblicken.“ Trotz seiner kritischen Einstellung zum Vorhaben seiner Freunde, steht Pater Theodor später als Hauptangeklagter vor Gericht: „Denn den Mönch im Prozess als den Drahtzieher hinzustellen, sollte der Gesellschaft und vor allem der Jugend veranschaulichen, was aus Menschen wird, die sich mit Religion befassen.“

 

Die Ermittlungen über die gescheiterte Flugzeugentführung dauern neun Monate. Dank der Bemühungen der Regierung belasten die Zeugenaussagen immer mehr die Entführer. Im Gefängnis tauschen Gega und Tina Geheimbotschaften aus, bis Tina ihr noch ungeborenes Kind verliert. Das Urteil zieht nun eine tödliche Zäsur durch ihr Leben. Für alle männlichen Beteiligten steht die höchste Strafe fest – die Erschießung. Sie sind und bleiben für viele Terroristen, blutrünstige Banditen und Heimatverräter, für andere wiederum junge Menschen, die in ihrer Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung einen existenziellen Fehler begangen haben.

 

In dem preisgekrönten und meistverkauften Roman der georgischen Gegenwartsliteratur gelingt es Dato Turaschwili, an die über dreißig Jahre zurückliegende Geschichte auf beeindruckende Art und Weise zu erinnern. Der Autor schildert die Geschehnisse aus einer gewissen Distanz, wirkt aber nie gleichgültig seinen Figuren gegenüber. Der Roman führt den Lesern keine Helden im Kampf gegen das sowjetische Regime vor, sondern junge, gebildete, verzweifelte Menschen auf der Suche nach Freiheit. Turaschwilis Roman holt die Vergangenheit zurück, die nur durch das Erinnern an die Opfer des Regimes aufgearbeitet werden kann, also auch an die Opfer der Tiflisser Flugzeugentführung.

 

Turaschwili, Dato: Westflug. Aus dem Georgischen von Anastasia Kamarauli. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 2014.
Informationen zur georgischen Originalausgabe: http://sulakauri.ge/books/single/333/

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Der gescheiterte Westflug – novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Der geschei­terte Westflug

Die Auf­ar­bei­tung der sowje­ti­schen Ver­gan­gen­heit kommt in Geor­gien im Schne­cken­tempo voran. Umso wich­tiger ist es, dass die Lite­ratur an jene Ver­gan­gen­heit erin­nert. In seinem preis­ge­krönten Doku­men­tar­roman „West­flug“ nimmt sich Dato Tura­schwili die Geschichte der Tif­lisser Flug­zeug­ent­füh­rung im November 1983 vor – und rekon­stru­iert den Fall mit beein­dru­ckender Eindringlichkeit.

 

turaschwili_westflug_cover

Das Phantom der kom­mu­nis­ti­schen Ord­nung ist in Geor­gien noch immer prä­sent. Die Auf­ar­bei­tung der sowje­ti­schen Ver­gan­gen­heit kommt im Schne­cken­tempo voran. Zwar schaut die gegen­wär­tige Regie­rung nach Westen und hofft auf eine bal­dige EU-Mit­glied­schaft, trotzdem gelingt es ihr nicht, sich end­gültig von der Ver­gan­gen­heit zu ver­ab­schieden. Umso wich­tiger ist es, dass die Lite­ratur an jene Ver­gan­gen­heit erinnert.

 

Die Geschichte der Tif­lisser Flug­zeug­ent­füh­rung aus dem Jahr 1983 gleicht heute fast einem Mythos. Am 18. November 1983 haben sich sieben junge Geor­gier aus Tbi­lissi vor­ge­nommen, ein Flug­zeug Rich­tung Türkei, also in die Frei­heit, zu ent­führen. Die Betei­ligten stammten aus intel­lek­tu­ellen Kreisen der jungen Genera­tion in Geor­gien. Sie waren Ärzte, Schau­spieler und Künstler, trugen aus dem Aus­land ein­ge­schmug­gelte Jeans, hörten Voice of Ame­rica und Pink Floyd, zitierten Kant und fielen durch ihr anti­so­wje­ti­sches Ver­halten auf. Heute beschäf­tigt man sich künst­le­risch mit dem Fall, sowohl in Film und Theater als auch in der Lite­ratur. Im Jahre 2003 rekon­stru­ierte der geor­gi­sche Regis­seur und Absol­vent der Film­uni­ver­sität Babels­berg Konrad Wolf, Zaza Rusadze, in seinem Film Ban­diten die Geschichte der Flug­zeug­ent­füh­rung. In Geor­gien kur­sieren noch immer allerlei Legenden über diese jungen Leute. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Fami­li­en­an­ge­hö­rigen der Ent­führer über Jahre hinweg nichts über das Schicksal ihrer Ver­wandten wussten. Einige ver­mu­teten die jungen „Ter­ro­risten“ und „Ban­diten“, wie sie damals in den Medien bezeichnet wurden, in den sowje­ti­schen Lagern oder gar im Ausland.

 

In seinem Doku­men­tar­roman West­flug beschäf­tigt sich der geor­gi­sche Autor Dato Tura­schwili mit der geschei­terten Flug­zeug­ent­füh­rung, die für fast alle unmit­telbar Betei­ligten und einige Flug­zeug­pas­sa­giere töd­lich endete. Der Schrift­steller und an der Uni­ver­sität in Tbi­lissi tätige Lite­ra­tur­wis­sen­schaftler gehört selbst zu jener Genera­tion, deren Ver­treter 1988/89 als Anführer der Stu­den­ten­pro­teste in der geor­gi­schen Haupt­stadt fun­gierten. Im Rück­griff auf Zeu­gen­aus­sagen ent­wirft er in seinem Roman beein­dru­ckende Geschichten, in denen Rea­lität und Fik­tion stets inein­an­der­fließen. Tura­schwili rekon­stru­iert den mys­te­riösen Fall in einer ein­fa­chen Sprache und mit beein­dru­ckender Eindringlichkeit.

 

Der Erzähler führt alle Haupt­prot­ago­nisten nach­ein­ander ein. Die damals 18-jäh­rige Kunst­stu­dentin Tina, die ein­zige weib­liche Betei­ligte an der Ent­füh­rung, konnte der Todes­strafe ent­kommen. Sie ver­liebte sich in ihren 22-jäh­rigen Ver­ehrer Gega Koba­chidse, den schon damals popu­lären Schau­spieler. Kurz vor ihrem ersten Treffen wird Gega wegen seiner Wrangler-Weste auf der Straße über­fallen und fast töd­lich ver­letzt. Jeans waren damals das höchst­be­gehrte Klei­dungs­stück in ganz Geor­gien und „ver­füh­re­ri­scher als Evas Apfel“. Ame­ri­ka­ni­sche Jeans sind zugleich eine der wich­tigsten ‚Figuren’ des Romans. Der Vater von Soso Zere­teli, einem der Flug­zeug­ent­führer, ein ange­se­hener sowje­ti­scher Wis­sen­schaftler, schmug­gelt sie aus den USA und ent­kommt nur knapp der Ver­haf­tung. Zu einem Gespräch beim ZK-Sekretär erscheint wie­derum der Vater von Kacha und Paata Ive­rieli aus Pro­test in einer Jeans­hose: „Die Jeans roch immer noch nach seinen Söhnen. Er zog sie an und machte sich auf den Weg zu Sche­ward­nadse.“ Im Ori­ginal heißt der Roman Jinsebis Taoba (Die Jeans­ge­nera­tion).

 

Gega und Tina, „das schönste Paar der Welt“, suchen im Roman nach einer Idylle in ihrer Zwei­sam­keit. Sie bewun­dern Son­nen­auf­gänge in der leeren Stadt, fahren zum Meer an die tür­ki­sche Grenze, um der Frei­heit des Wes­tens ein Stück weit näher zu kommen. Sie stellen sich ihr Leben in einem freien Land vor und spielen ver­schie­dene Flucht­mög­lich­keiten durch: „,Ich kann das Meer nicht durch­schwimmen.‘ ‚Ich auch nicht.‘ (…) ‚Wie willst du es dann machen?‘ ‚Ich werde fliegen.‘ ‚Fliegen kannst du also besser?‘ (…) ‚Ich werde wirk­lich fliegen. Aber nur mit dir.‘“ Als ahne Gegas Freund Soso ihr kurzes Glück, sagte er zu dem Paar: „Ihr seid viel zu schön für die Regie­rung. Passt gut auf euch auf!“

 

turaschwili_westflug_cover_georgischAls angeb­li­cher Anführer der „Bande“ tritt im Roman außerdem der 33-jäh­rige Mönch Temur Chikhladze auf. Die ortho­doxe Reli­gion galt in der Sowjet­union als ver­pönt. Für den Mönch fängt „der Weg zur Frei­heit (…) in der Kirche an“. Für seine Freunde aller­dings erst außer­halb der sowje­ti­schen Grenze. Als könnte der Mönch der Zeit vor­aus­eilen, stellt er in einer Pas­sage fest: „Die Men­schen, die jetzt mas­sen­weise bei den Paraden mit­laufen, würden genauso mas­sen­haft in die Kir­chen strömen und sich überall bekreu­zigen, wo sie Men­schen­samm­lungen oder Kir­chen erbli­cken.“ Trotz seiner kri­ti­schen Ein­stel­lung zum Vor­haben seiner Freunde, steht Pater Theodor später als Haupt­an­ge­klagter vor Gericht: „Denn den Mönch im Pro­zess als den Draht­zieher hin­zu­stellen, sollte der Gesell­schaft und vor allem der Jugend ver­an­schau­li­chen, was aus Men­schen wird, die sich mit Reli­gion befassen.“

 

Die Ermitt­lungen über die geschei­terte Flug­zeug­ent­füh­rung dauern neun Monate. Dank der Bemü­hungen der Regie­rung belasten die Zeu­gen­aus­sagen immer mehr die Ent­führer. Im Gefängnis tau­schen Gega und Tina Geheim­bot­schaften aus, bis Tina ihr noch unge­bo­renes Kind ver­liert. Das Urteil zieht nun eine töd­liche Zäsur durch ihr Leben. Für alle männ­li­chen Betei­ligten steht die höchste Strafe fest – die Erschie­ßung. Sie sind und bleiben für viele Ter­ro­risten, blut­rüns­tige Ban­diten und Hei­mat­ver­räter, für andere wie­derum junge Men­schen, die in ihrer Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung einen exis­ten­zi­ellen Fehler begangen haben.

 

In dem preis­ge­krönten und meist­ver­kauften Roman der geor­gi­schen Gegen­warts­li­te­ratur gelingt es Dato Tura­schwili, an die über dreißig Jahre zurück­lie­gende Geschichte auf beein­dru­ckende Art und Weise zu erin­nern. Der Autor schil­dert die Gescheh­nisse aus einer gewissen Distanz, wirkt aber nie gleich­gültig seinen Figuren gegen­über. Der Roman führt den Lesern keine Helden im Kampf gegen das sowje­ti­sche Regime vor, son­dern junge, gebil­dete, ver­zwei­felte Men­schen auf der Suche nach Frei­heit. Tura­schwilis Roman holt die Ver­gan­gen­heit zurück, die nur durch das Erin­nern an die Opfer des Regimes auf­ge­ar­beitet werden kann, also auch an die Opfer der Tif­lisser Flugzeugentführung.

 

Tura­schwili, Dato: West­flug. Aus dem Geor­gi­schen von Ana­stasia Kamar­auli. Berlin: Verlag Klaus Wagen­bach, 2014.
Infor­ma­tionen zur geor­gi­schen Ori­gi­nal­aus­gabe: http://sulakauri.ge/books/single/333/

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