Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

„Wer sind wir und wohin gehören wir?“ Diese Frage stellen sich die Bewohner_innen eines kleinen tschechischen Dorfes im Wandel der Zeit – im Schatten des 2. Weltkriegs und seiner Nachwirkungen. In „Krajina ve Stinu“ (engl. Shadow Country, 2020) werden Grenzen, Hierarchien und Zugehörigkeiten neu verhandelt und treiben die Menschen dazu, extreme Entscheidungen zu treffen.

Von einem Tag auf den anderen der Heimat Riga entrissen, von der Familie getrennt und in die Fremde verschleppt – so ergeht es Melānija und ihrem Sohn im Juni 1941. „Melānijas hronika“ („The Chronicles Of Melanie“) erzählt eindrucksvoll von der darauffolgenden, sechzehn Jahre andauernden Leidensgeschichte in einem sibirischen Arbeitslager. Mit dem 2016 erschienenen und kommerziell sehr erfolgreichen Film des Regisseurs Viesturs Kairišs wird der lettischen Autorin und Journalistin Melānija Vanaga

Im Rahmen der Gastprofessur der ukrainischen Künstlerin und Autorin Yevgenia Belorusets am Institut für Slawistik und Hungarologie (HU Berlin) entstand die Ausstellung „Rechtfertigung der Spaziergänge", die vom 23.04.2021 bis 25.04.2021 im Strandbad Tegelsee (Berlin) künstlerische Erzeugnisse der Studierenden präsentierte. Sie eint die praktische Leidenschaft für oder das theoretische Interesse an der Fotografie.

Erinnerungen können vieles freisetzen. Wenn sich Menschen intensiv mit ihnen beschäftigen, kann das bereichernd sein, aber auch vernichtend wirken. In „Searching for Tereska“ wird beides deutlich. Der Dokumentarfilm zeigt die Suche nach dem Mädchen auf einem weltberühmten Foto aus der Nachkriegszeit in Polen. Abgesehen davon, dass es 1948 von David Seymour aufgenommen wurde, wusste man lange nicht viel über die Geschichte dahinter. Die Nachforschungen führen in die verschiedensten Ecken Warschaus.

Akkordeonmusik, ein Gespräch im Wohnzimmer, ein Dorfrundgang, alte Fotos, Postkarten und Stadtpläne: Andrzej Winiszewskis Film „Unvergessene Geschichten“ (poln. „Historie nezapomniane“, 2017) ist wie ein Fenster zur Vergangenheit - es wird für 40 Minuten geöffnet und dann ganz sanft wieder geschlossen. Für einige bleibt es immer präsent, für andere verflüchtigen sich die Eindrücke schnell.

Zwischen Actionkriegsfilm und Erinnerungsgeschichte(-n): Der russische Regisseur Igor Kopjlov nimmt mit "Ržev" (2019) die entscheidende Schlacht vor der Niederlage der deutschen Wehrmacht in Stalingrad zum Ausgangspunkt und wirbelt so den russisch-sowjetischen wie auch den gesamteuropäischen Erinnerungsdiskurs über den zweiten Weltkrieg wieder auf. Allerdings bleibt der Film dabei hinter seinem Potential zurück.

Dank der Pandemie hat das seit 2014 betriebene Dokumentartheaterprojekt von Michail Kalužskij endlich die richtige Form und Ausführung gefunden: Am 9. Dezember 2020 fand die Premiere seines Stücks „A Few Ways To Lose a Friendship” auf der Videokonferenz-Plattform Zoom statt. In Kooperation mit der Produzentin Evgenia Šermenëva wurde ein internationales russischsprachiges Team aus Theaterschaffenden aus sieben osteuropäischen Ländern berufen, um die Online-Lesung zu realisieren. novinki ist dem nachgegangen, wie der

Die Eröffnungsproduktion "Imitation of Life" des MESS Festivals 2019 in Sarajevo könnte kaum einen bedrückenderen und politischeren Inhalt behandeln. Basierend auf einem tatsächlich in Ungarn stattgefundenen Vorfall, kreiert die ungarische Autorin Kata Webér ein Stück, hiermit erstmals von Kornél Mundruczó für sein Proton Theater (Budapest) inszeniert, in dem sie die Dominanz der Banalität und die Vergänglichkeit unseres Lebens aufzeigt.