Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

In sich hineinspüren und sich selbst beobachten. So könnte ein Schreibimpuls der slowakischen Lyrikerin Katariná Kucbelová lauten. Ihre Gedichte sind ein feines Erspüren des eigenen Körpers. Der Atem ist dabei das zentrale Motiv einer Reihe lyrischer Texte, die sie in einem Band mit dem sinnfälligen Titel "Šport" 2006 bei „ars poetica“ veröffentlichte.

Georgien war eines der ersten Länder, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden, seither wurde es immer wieder zum Schauplatz geopolitischen Kräftemessens. Bei dem Krieg im August 2008 drangen russische Truppen bis ins georgische Kernland ein. Darüber wurde in den Medien viel berichtet, allerdings nicht davon, wie so ein Krieg von den Menschen dort erlebt wird. Die junge georgische Autorin Tamta Melaschwili zeigt uns mit ihrem Debütroman Abzählen diesen

Serhij Žadan, der 1974 geborene junge Star der ukrainischen Gegenwartsliteratur, reist in seinem neuen Roman in seine Geburtsstadt im äußersten Osten der Ukraine. Dort lässt er liebevoll skurrile Gestalten auftreten: Verklemmte Mafiosi, Schmuggler, Luftfahrt-Fanatiker, freikirchliche Priester und EU-Missionare, die sich in der Weite der Steppe zwischen Maisfeldern, verlassenen Flugplätzen und ins Nichts führenden Bahngleisen territoriale Gefechte liefern.

Identität, Individualität und Immunität biografischer Verläufe, die sich in der politischen und sozialen Willkür des postsowjetischen Russlands eigensinnig verfestigen – mit diesen Kennzeichen neuerer Romane und Filme scheint sich die Postmoderne endgültig zu verabschieden. Zumindest stellen sie eine Spannung zu jener Sinnoffenheit her, die in den letzten Jahrzehnten die ästhetischen Konturen vorgegeben hat. Diesen Grundkonflikt untersucht der von Bettina Lange, Nina Weller und Georg Witte herausgegebene Band "Die nicht mehr

Wer die konzeptionellen Differenzen zwischen den postkonzeptualistischen Künstlern Russlands genauer verstehen möchte, für den wird das Buch "Tri spora" (dt. „Drei Streitgespräche“) von einigem Interesse sein. Es vereinigt im Wesentlichen Briefe der Moskauer Künstler Dmitrij Gutov (geb. 1960) und Anatolij Osmolovskij (geb. 1969) von November 2003 bis März 2004. Nadežda Gutova, die Frau Gutovs, hat sie zusammengestellt und mit einem Anmerkungsapparat versehen. Erschienen ist das Buch in Gutovs Verlag „Grundrisse“,

Kennen Sie einen Familienvater, Blogger und Klempner aus Lettland, der urkomische Bücher schreibt? Nein?! Dann sei Ihnen das neueste deutlich autobiographische Werk von Slava Sė "Santechnik, ego kot, žena i drugie podrobnosti" ans Herz gelegt. Vjačeslav Soldatenko alias Slava Sė – das Pseudonym setzt sich aus der Koseform zum Vornamen und dem ersten Laut des Familiennamens zusammen – schreibt, lebt und arbeitet in Riga.

England 10.09.2011, Hunderte teils maskierte Jugendliche laufen in der Nacht durch das Stadtzentrum Manchesters, werfen Schaufensterscheiben ein und plündern Schuh- und Kleidungsgeschäfte sowie einen Elektromarkt. Ungarn 1989. László Krasznahorkais Roman "Die Melancholie des Widerstands" erscheint. Darin die Geschichte eines Zirkus, dessen Gefolgschaft eines Nachts plötzlich über die kleine ungarische Stadt herfällt, in der sie gastiert. In nur einer Nacht brennt der Mob vom Kino bis zum Waschsalon alles nieder, was er

Was haben ein Liliputaner, eine halbnackte Salome mit abgeschnittenem Kopf auf einem silbernen Tablett, ein Geige spielender Soldat und sechs transsilvanische Frauen in schwarzen Hüten gemeinsam? Sie alle – und nicht nur sie! – sind Figuren aus Jacek Dehnels "Fotoplastikon". Aber keine Sorge: Es handelt sich hier keineswegs um eine Kuriositätensammlung, auch wenn sich das Buch nicht eindeutig einer literarischen Gattung zuordnen lässt.