Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Die zeitgenössische Schriftstellergeneration Tschechiens ist jung und unglaublich aktiv. Wieviel sie zu sagen hat, aber auch wie schwierig es gleichzeitig ist, seinen Gedanken einen entsprechenden und ausgewogenen Ausdruck zu verleihen, zeigt uns der Prager Ondřej Macura in seinem ersten Roman "Netopýři".

Zu Sowjetzeiten war Igor' Klech Glasmaler im westukrainischen L'viv. Sein letztes Buch "Chroniki 1999 goda" (Chroniken des Jahres 1999) malt das Panorama einer postsowjetischen Gesellschaft. Dessen Details setzen sich aus Teilgeschichten zusammen: über Russland und Ukraine, Familien und Künstlerschicksale, Leben und Tod.

Der Tod hängt über der Stadt und in Albertos Bar wird jeden Abend getrunken, als sei es der letzte. Der bosnische Autor Velibor Čolić beschreibt in seinem Buch "Bei Alberto. Eine Ansammlung von Schatten" die traurigen und phantastischen Geschichten der fiktiven Stadt Narseille und ihrer Säufer und Wunderlinge.

Geschlechterkrieg, Krieg der Sprachen, Krieg im Kopf als ewiger Widerstreit: Mit dreißig hochexplosiven Variationen auf das Thema Krieg zeigt sich der russische Autor und Künstler Pavel Pepperštejn einmal mehr als vielseitiges Talent. Seine Kurzgeschichten sind in dem Sammelband "Kriegsgeschichten" bei "Ad Marginem" erschienen.

Mit dem Job-Angebot verhielt es sich auf dem bulgarischen Arbeitsmarkt in den 1980ern ähnlich wie mit dem Waren-Angebot in den meisten bulgarischen Supermärkten – man stand lange an, um dann zu sehen, dass doch nichts da ist. Von ähnlicher Unstetigkeit ist auch Kis’ovs neuer Roman "Der Exekutor" geprägt.

Es läuft einfach nicht, weder beruflich noch privat. Ihre Bücher will keiner lesen, ihre Kinder lügen und stehlen. Beklemmung, Selbstzweifel und Angstzustände überkommen sie. Ständig muss sie weinen. Das neue Buch von Tereza Boučková setzt sich erneut mit den Problemen ihrer Familie auseinander. Lösungen bietet die Autorin nicht an, nur schonungslose Offenheit.