Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Bereits bei der Aussprache des Titels werden die Besucher_innen dieser Ausstellung auf einen besonderen Umgang mit Sprache eingestimmt: die drei Ps, die drei Plosive, erinnern aus heutiger Sicht ein wenig ans Beatboxen. Der Titel steht für das von Tomáš Glanc und Sabine Hänsgen realisierte Konzept, das als einzigartige Installation vom 15. September bis 28. Oktober 2018 in der Shedhalle Zürich zu sehen war.

Wie im vorigen Jahr sind im Rahmen des studentischen Projekts „Filmkritisches Schreiben“ Studierende der Universität Potsdam zum Cottbuser FilmFestival für mittel- und osteuropäisches Kino im November 2017 gefahren. Der Bericht gibt einen Überblick über das Programm der letzten Edition des Festivals. Einzelne Rezensionen, auf die wir verlinken, werfen einen tieferen Blick auf die Hauptsektion „Wettbewerb Spielfilm“.

Die Himmel sind leer, die Vögel längst fortgezogen. Die Auguren schließen die brennenden Augen, Wimpernhaar, stechend (Osip Mandelʼštam). Sie sind müde von der verflogenen Zukunft, die sie geschaut haben. Vielleicht sind sie auch müde, weil die Bilder seit jeher eigentümlich sich gleichen, wie jene von Verbannung und Verlust, wie sie mit Ovid und später Osip Mandelʼštam aufziehen, zuletzt in Graphit nachgezeichnet von Marcel Beyer.

In einer "free style" Reportage berichten Studierende, die gemeinsam mit Jurij Andruchovyč das Lyrikfestival "Meridian Czernowitz" in der Ukraine besucht haben, von ihren Eindrücken und Begegnungen mit einem Land, das nicht wenige bis dahin nur aus den Nachrichten kannten. Jurij Andruchovyč hat in Berlin mit seinem Auftrag, im Seminar eigene DichterInnen zu „erfinden“, Eindruck hinterlassen und ukrainische Literatur und Kultur lebendig erfahrbar gemacht.

Ende 2013 kippten in Kyiv die Demonstrationen gegen die Regierung in blutige Proteste um. Seit Wochen stehen auf zentralen Plätzen ukrainischer Grossstädte Zeltlager der Protestierenden. Trotz militärischer Gewalt und winterlichem Frost entwickeln sie sich zu Orten der Kunstproduktion und ,brennen’ Kulturschaffenden aus allen Teilen der Ukraine unter der Tastatur.

Vladimir Arsenijević, Schriftsteller und Publizist aus Belgrad, ist einer der wenigen, der den jüngsten Eklat im serbischen Literaturbetrieb – die heftigen (Über-)Reaktionen auf ein Gedicht Tomislav Markovićs – überhaupt öffentlich zur Sprache bringt. novinki übersetzt aus diesem Anlass Arsenijevićs Kommentar und sein Gespräch mit Tomislav Marković, in denen sie über die Rolle der Dichtung und über den ‚Patriotismus’ in Serbien nachdenken.

Tadeusz Różewicz könnte ein absurdes Stück schreiben über den unbeholfenen Umgang der Stadt Breslau mit dem bekanntesten und mittlerweile ältesten ihrer Dichter. Da schneit vor zwei Jahren der Stadtpräsident, Pan Dutkiewicz, in des Dichters Wohnküche herein: „was hielten Sie eigentlich von einem Różewicz-Jahr?“ Natürlich zaudert da Różewicz, dessen Medienscheu beinahe sprichwörtlich in Polen ist – und man beginnt das Feilschen.