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Dmitrij Kuzmin im Interview mit Sergej Timofeev (Lettland)

Posted on 31. Dezember 2020 by Maria Stepanova, Susanne Frank
Dmitrij Kuz’min, Dichter, Literaturkritiker und ‑wissenschaftler, Pionier der russischen Literatur im Internet, noch in den 1990ern Gründer der wichtigen Literaturplattform novaja literaturnaja karta russkoj literatury (www.litkarta.ru). Dmitrij Kuz’min ist Mitglied des Redaktionskollegiums von colta.ru und, seit 2007 Herausgeber der zweisprachigen Literaturzeitschrift Vozduch (http://www.litkarta.ru/projects/vozdukh/). Seit 2014 lebt Dmitrij Kuz‘min im Exil in Lettland und identifiziert sich auch persönlich mit der lettischen Literatur- und Kulturpolitik. Wie er in seinem Bericht schreibt, entwickelte sich in Lettland seit der spätsowjetischen Periode, wo Riga zu einem wichtigen Zentrum für ästhetisch anspruchsvolle und politisch kritische Autor_innen wurde, die in Russland Probleme mit der Zensur hatten, um Autoren wie Andrej Levkin (Zeitschrift Rodnik) und seit 1999 um die Zeitschrift Orbita (Sergej Timofeev) eine sehr aktive Literaturszene, die einen äußerst lebendigen, harmonischen, unzensierten Austausch zwischen russischsprachiger und lettischsprachiger Literatur ermöglicht. Zweisprachige Publikationen und gegenseitige Übersetzungen sind ein vollkommen selbstverständlicher Bestandteil der lettischen Publikationslandschaft, die wesentlich auch vom Staat gefördert wird. Auch für die Entwicklungen im Bereich der Kunst gilt, dass der größte Anteil der Förderung vom Staat kommt und dadurch auch die wichtigsten Initiativen zur Sichtbarkeit der Kunst aus Lettland – z.B. auf internationalen Kunstbiennalen oder durch die Durchführung von Biennalen in Lettland selbst – unterstützt werden. Wie man an Kuz’min selbst sieht, hat Lettland bis heute seine Funktion als wichtiger, liberaler Zufluchtsort für dissidentische Kunst- und Literaturschaffende aus Russland behalten.

Dmitrij Kuz’min, Dichter, Literaturkritiker und ‑wissenschaftler, Pionier der russischen Literatur im Internet, noch in den 1990ern Gründer der wichtigen Literaturplattform novaja literaturnaja karta russkoj literatury (www.litkarta.ru). Dmitrij Kuz’min ist Mitglied des Redaktionskollegiums von colta.ru und, seit 2007 Herausgeber der zweisprachigen Literaturzeitschrift Vozduch (http://www.litkarta.ru/projects/vozdukh/). Seit 2014 lebt Dmitrij Kuz‘min im Exil in Lettland und identifiziert sich auch persönlich mit der lettischen Literatur- und Kulturpolitik. Wie er in seinem Bericht schreibt, entwickelte sich in Lettland seit der spätsowjetischen Periode, wo Riga zu einem wichtigen Zentrum für ästhetisch anspruchsvolle und politisch kritische Autor_innen wurde, die in Russland Probleme mit der Zensur hatten, um Autoren wie Andrej Levkin (Zeitschrift Rodnik) und seit 1999 um die Zeitschrift Orbita (Sergej Timofeev) eine sehr aktive Literaturszene, die einen äußerst lebendigen, harmonischen, unzensierten Austausch zwischen russischsprachiger und lettischsprachiger Literatur ermöglicht. Zweisprachige Publikationen und gegenseitige Übersetzungen sind ein vollkommen selbstverständlicher Bestandteil der lettischen Publikationslandschaft, die wesentlich auch vom Staat gefördert wird. Auch für die Entwicklungen im Bereich der Kunst gilt, dass der größte Anteil der Förderung vom Staat kommt und dadurch auch die wichtigsten Initiativen zur Sichtbarkeit der Kunst aus Lettland – z.B. auf internationalen Kunstbiennalen oder durch die Durchführung von Biennalen in Lettland selbst – unterstützt werden. Wie man an Kuz’min selbst sieht, hat Lettland bis heute seine Funktion als wichtiger, liberaler Zufluchtsort für dissidentische Kunst- und Literaturschaffende aus Russland behalten.

 

Dmitrij Kuzmin im Interview mit Sergej Timofeev (Lettland) – novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Dmi­trij Kuzmin im Inter­view mit Sergej Timofeev (Lett­land)

Dmi­trij Kuz’min, Dichter, Lite­ra­tur­kri­tiker und ‑wis­sen­schaftler, Pio­nier der rus­si­schen Lite­ratur im Internet, noch in den 1990ern Gründer der wich­tigen Lite­ra­tur­platt­form novaja lite­ra­tur­naja karta russkoj lite­ra­tury (www.litkarta.ru). Dmi­trij Kuz’min ist Mit­glied des Redak­ti­ons­kol­le­giums von colta.ru und, seit 2007 Her­aus­geber der zwei­spra­chigen Lite­ra­tur­zeit­schrift Vozduch (http://www.litkarta.ru/projects/vozdukh/). Seit 2014 lebt Dmi­trij Kuz‘min im Exil in Lett­land und iden­ti­fi­ziert sich auch per­sön­lich mit der let­ti­schen Lite­ratur- und Kul­tur­po­litik. Wie er in seinem Bericht schreibt, ent­wi­ckelte sich in Lett­land seit der spät­so­wje­ti­schen Periode, wo Riga zu einem wich­tigen Zen­trum für ästhe­tisch anspruchs­volle und poli­tisch kri­ti­sche Autor_innen wurde, die in Russ­land Pro­bleme mit der Zensur hatten, um Autoren wie Andrej Levkin (Zeit­schrift Rodnik) und seit 1999 um die Zeit­schrift Orbita (Sergej Timofeev) eine sehr aktive Lite­ra­tur­szene, die einen äußerst leben­digen, har­mo­ni­schen, unzen­sierten Aus­tausch zwi­schen rus­sisch­spra­chiger und let­tisch­spra­chiger Lite­ratur ermög­licht. Zwei­spra­chige Publi­ka­tionen und gegen­sei­tige Über­set­zungen sind ein voll­kommen selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil der let­ti­schen Publi­ka­ti­ons­land­schaft, die wesent­lich auch vom Staat geför­dert wird. Auch für die Ent­wick­lungen im Bereich der Kunst gilt, dass der größte Anteil der För­de­rung vom Staat kommt und dadurch auch die wich­tigsten Initia­tiven zur Sicht­bar­keit der Kunst aus Lett­land – z.B. auf inter­na­tio­nalen Kunst­bi­en­nalen oder durch die Durch­füh­rung von Bien­nalen in Lett­land selbst – unter­stützt werden. Wie man an Kuz’min selbst sieht, hat Lett­land bis heute seine Funk­tion als wich­tiger, libe­raler Zufluchtsort für dis­si­den­ti­sche Kunst- und Lite­ra­tur­schaf­fende aus Russ­land behalten.