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Sona Stepanyan im Interview mit Tigran Amiryan (Armenien)

Posted on 31. Dezember 2020 by Maria Stepanova, Susanne Frank
Sona Stepanyan ist Kuratorin der „Armenia Art Foundation für zeitgenössische Kunst“ in Yerevan, tätig für internationale Kunststiftungen wie z.B. den Mondriaan-Fund der Niederlande und Gründungsmitglied des Kuratoren-Studios „Triangle“ in Moskau. Zum Gespräch lud Sona Stepanyan Tigran Amiryan ein, unabhängiger Kurator und Leiter kulturwissenschaftlicher Projekte mit Fokus auf kollektivem Gedächtnis und kollektiver Amnesie sowie Gedächtnisnarrativen und ihrer Visualisierung. Mit Tigran Amiryan, der organisatorisch und als Dozent am Aufbau unabhängiger Bildungsinitiativen im künstlerischen Bereich aktiv ist, diskutierte Sona Stepanyan die Problematik der Zersplitterung der Kunstszene und ihre institutionelle Verankerung in Armenien. Während die staatliche Kulturförderung v.a. auf die dem Tourismus dienende Erhaltung und öffentlichkeitswirksame Vermarktung des Kultur- und Kunsterbes ausgerichtet ist, existiert die junge, aktive Kunstszene vollkommen unabhängig davon. Ihre Entwicklung gestaltet sich wegen des anhaltenden „lethargischen Schlafs“ der staatlichen Institutionen, wegen des Mangels an Ausbildungsmöglichkeiten für junge Künstler_innen, die diesen den Anschluss an internationale Entwicklungen erleichtern und Auslandsaufenthalte (auch Fellowships) ermöglichen würden, und wegen der Schwierigkeiten und Instabilitäten der Förderung sehr wechselhaft und chaotisch. Die Förderung unabhängiger kleinerer Initiativen geht oft von Akteuren an Orten der weltweiten armenischen Diaspora (Iran, USA, Türkei, Libanon) aus, deren kulturschaffende Rolle in Armenien selbst jedenfalls von Bedeutung ist. Langfristige Konzepte und Planungen fehlen oder können nicht realisiert werden. Als eine der wichtigsten Institutionen zur Förderung avantgardistischer zeitgenössischer Kunst hebt Sona Stepanyan das „Zentrum der zeitgenössischen experimentellen Kunst“ (NPAK) hervor, welches auf Initiative von Vertretern der armenischen Diaspora im Iran gegründet wurde.

Sona Stepanyan ist Kuratorin der „Armenia Art Foundation für zeitgenössische Kunst“ in Yerevan, tätig für internationale Kunststiftungen wie z.B. den Mondriaan-Fund der Niederlande und Gründungsmitglied des Kuratoren-Studios „Triangle“ in Moskau. Zum Gespräch lud Sona Stepanyan Tigran Amiryan ein, unabhängiger Kurator und Leiter kulturwissenschaftlicher Projekte mit Fokus auf kollektivem Gedächtnis und kollektiver Amnesie sowie Gedächtnisnarrativen und ihrer Visualisierung. Mit Tigran Amiryan, der organisatorisch und als Dozent am Aufbau unabhängiger Bildungsinitiativen im künstlerischen Bereich aktiv ist, diskutierte Sona Stepanyan die Problematik der Zersplitterung der Kunstszene und ihre institutionelle Verankerung in Armenien. Während die staatliche Kulturförderung v.a. auf die dem Tourismus dienende Erhaltung und öffentlichkeitswirksame Vermarktung des Kultur- und Kunsterbes ausgerichtet ist, existiert die junge, aktive Kunstszene vollkommen unabhängig davon. Ihre Entwicklung gestaltet sich wegen des anhaltenden „lethargischen Schlafs“ der staatlichen Institutionen, wegen des Mangels an Ausbildungsmöglichkeiten für junge Künstler_innen, die diesen den Anschluss an internationale Entwicklungen erleichtern und Auslandsaufenthalte (auch Fellowships) ermöglichen würden, und wegen der Schwierigkeiten und Instabilitäten der Förderung sehr wechselhaft und chaotisch. Die Förderung unabhängiger kleinerer Initiativen geht oft von Akteuren an Orten der weltweiten armenischen Diaspora (Iran, USA, Türkei, Libanon) aus, deren kulturschaffende Rolle in Armenien selbst jedenfalls von Bedeutung ist. Langfristige Konzepte und Planungen fehlen oder können nicht realisiert werden. Als eine der wichtigsten Institutionen zur Förderung avantgardistischer zeitgenössischer Kunst hebt Sona Stepanyan das „Zentrum der zeitgenössischen experimentellen Kunst“ (NPAK) hervor, welches auf Initiative von Vertretern der armenischen Diaspora im Iran gegründet wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=YrA5NfG7rxY

Sona Stepanyan im Interview mit Tigran Amiryan (Armenien) – novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Sona Ste­panyan im Inter­view mit Tigran Amiryan (Arme­nien)

Sona Ste­panyan ist Kura­torin der „Armenia Art Foun­da­tion für zeit­ge­nös­si­sche Kunst“ in Yer­evan, tätig für inter­na­tio­nale Kunst­stif­tungen wie z.B. den Mon­driaan-Fund der Nie­der­lande und Grün­dungs­mit­glied des Kura­toren-Stu­dios „Tri­angle“ in Moskau. Zum Gespräch lud Sona Ste­panyan Tigran Amiryan ein, unab­hän­giger Kurator und Leiter kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher Pro­jekte mit Fokus auf kol­lek­tivem Gedächtnis und kol­lek­tiver Amnesie sowie Gedächt­nis­nar­ra­tiven und ihrer Visua­li­sie­rung. Mit Tigran Amiryan, der orga­ni­sa­to­risch und als Dozent am Aufbau unab­hän­giger Bil­dungs­in­itia­tiven im künst­le­ri­schen Bereich aktiv ist, dis­ku­tierte Sona Ste­panyan die Pro­ble­matik der Zer­split­te­rung der Kunst­szene und ihre insti­tu­tio­nelle Ver­an­ke­rung in Arme­nien. Wäh­rend die staat­liche Kul­tur­för­de­rung v.a. auf die dem Tou­rismus die­nende Erhal­tung und öffent­lich­keits­wirk­same Ver­mark­tung des Kultur- und Kunst­erbes aus­ge­richtet ist, exis­tiert die junge, aktive Kunst­szene voll­kommen unab­hängig davon. Ihre Ent­wick­lung gestaltet sich wegen des anhal­tenden „lethar­gi­schen Schlafs“ der staat­li­chen Insti­tu­tionen, wegen des Man­gels an Aus­bil­dungs­mög­lich­keiten für junge Künstler_innen, die diesen den Anschluss an inter­na­tio­nale Ent­wick­lungen erleich­tern und Aus­lands­auf­ent­halte (auch Fel­low­ships) ermög­li­chen würden, und wegen der Schwie­rig­keiten und Insta­bi­li­täten der För­de­rung sehr wech­sel­haft und chao­tisch. Die För­de­rung unab­hän­giger klei­nerer Initia­tiven geht oft von Akteuren an Orten der welt­weiten arme­ni­schen Dia­spora (Iran, USA, Türkei, Libanon) aus, deren kul­tur­schaf­fende Rolle in Arme­nien selbst jeden­falls von Bedeu­tung ist. Lang­fris­tige Kon­zepte und Pla­nungen fehlen oder können nicht rea­li­siert werden. Als eine der wich­tigsten Insti­tu­tionen zur För­de­rung avant­gar­dis­ti­scher zeit­ge­nös­si­scher Kunst hebt Sona Ste­panyan das „Zen­trum der zeit­ge­nös­si­schen expe­ri­men­tellen Kunst“ (NPAK) hervor, wel­ches auf Initia­tive von Ver­tre­tern der arme­ni­schen Dia­spora im Iran gegründet wurde.