Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

vorgestellt

novinki por­trä­tiert Autor_innen und Kunstschaffende

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  • Nicht jedes lite­ra­ri­sche Talent bekommt zu Leb­zeiten das Publikum, das es ver­dient. Die öster­rei­chisch-sowje­ti­sche Lite­ratin, Jour­na­listin, Medi­zi­nerin und Psy­cho­ana­ly­ti­kerin Angela Rohr ist ein sol­cher Fall. Erst in diesem Jahr­hun­dert nahm sich die Ger­ma­nistin Gesine Bey der Auf­gabe an, die Lebens­ge­schichte der 1985 in Moskau Ver­stor­benen zu rekon­stru­ieren sowie ihre literarischen, 

  • „Nor­bert Randow hat an Grenzen gelebt und an Grenzen gear­beitet. Und er beherrscht die Kunst – ohne Ver­lust an Eigenart – zwi­schen Fremden, zwi­schen Welten zu ver­mit­teln. Er ver­steht es, Bücher zu Grenz­über­tritten zu för­dern.“ So pries Fedja Fil­kova den Träger des Leip­ziger Aner­ken­nungs­preises zur euro­päi­schen Ver­stän­di­gung 2001 in ihrer 

  • “Kau­der­welsch des Lebens”, “Russen in Berlin”, “Mein rus­si­sches Jahr­hun­dert” – die Titel von Fritz Mieraus Publi­ka­ti­ons­liste fügen sich zum Buch­zeugnis über die sla­vis­ti­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ost­deut­scher Prä­gung zusammen. Es führt eine Arbeit vor Augen, die über fünf Jahr­zehnte hinweg bis heute andauert, lei­den­schaft­lich und bescheiden betrieben. 

  • Das ist eine Bezie­hung, kein Ver­hältnis wie zwi­schen einer Pro­sti­tu­ierten und ihrem Kunden. Ein Lie­bes­ver­hältnis ist das oder sogar die Liebe. Im Ide­al­fall dauert sie drei Monate: nach der ersten Fas­zi­na­tion gibt es einen Monat für gründ­li­ches Ken­nen­lernen, der zweite ist zum Erwägen, dann bleibt noch die Zeit für attraktives 

  • Marko Pogačar, Jahr­gang 84, ist das unauf­ge­regte Nach­wuchs­ta­lent der kroa­ti­schen Lyrik. In seinen Gedichten feiert er das Spiel der Mög­lich­keiten und des Asso­zia­tiven – und seine kroa­ti­sche Muttersprache. 

  • Mit der Figur des unga­risch-ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­listen führte der Autor Vilmos Kondor eine neue Figur auf die lite­ra­ri­sche Bühne Ungarns ein und hob als Debü­tant ein eigenes Genre aus der Taufe: den unga­ri­schen Krimi noir. Das eigene Gesicht behält Kondor indes im Dunkeln. 

  • „Ich halte mich nicht für eine Frau­en­schrift­stel­lerin“, sagt sie, und “Ich habe mich nie mit Politik beschäf­tigt – das inter­es­siert mich nicht im Geringsten“. Und den­noch wird sie, Ljud­mila Petruševs­kaja, als eine der füh­renden Figuren der zeit­ge­nös­si­schen Frau­en­li­te­ratur aus Russ­land gefeiert und als eine der letzten lebenden Schrift­stel­le­rinnen der Dissidentenbewegung 

  • Wer Jurij Andrucho­vyčs Werke nur aus der Ferne kennt, der könnte ihn für Narren halten: für einen, der es mit dem Leben nicht ernst meint, und auch nur des­wegen schreibt, weil ihm nichts Bes­seres ein­fällt. Dass er es liebt, Col­lagen aus allerlei Absurdem zu bas­teln, die Bana­li­täten des All­tags zu 

  • Saša Sokolov reiht sich ein unter jene Schrift­steller, deren Erfolg beim aus­ser­rus­si­schen Publikum bei der Über­set­zung ver­loren gegangen ist. Seine Texte dringen so tief in die Seele der rus­si­schen Sprache ein, dass selbst Mut­ter­sprachler sich darin zu ver­irren Gefahr laufen. Für die deut­schen Leser hin­gegen bleiben Sokolovs Bücher zum grössten 

  • 1. Preis im novinki-Wett­be­werb – für das beste Autoren­por­trait! Als sie vor fünf­zehn Jahren nach Deutsch­land kam, kannte Tzveta Sofro­nieva vier Wörter: »gut«, »kaputt«, »heil« (von »Heil Hitler!«) aus rus­si­schen Kriegs­filmen und »das Sein«, wegen Kant. Derart aus­ge­rüstet star­tete die 28-Jäh­rige in ihre fünfte Sprache, die sie spie­le­risch lernte, „da sie 

  • 2. Preis im novinki-Wett­be­werb – für das ori­gi­nellste Autoren­por­trait! „Lite­ra­tura babska – Wei­ber­li­te­ratur“, sagte meine Freundin, Polo­nis­tik­stu­dentin aus Poznań, als ich sie fragte, warum Olga Tokar­czuk auf grö­ßeres lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­ches Inter­esse stoße als Manuela Gret­kowska. Warum Ers­tere in Deutsch­land eini­ger­maßen bekannt sei, den Namen Manuela Gret­kowska jedoch hier­zu­lande noch kaum einer gehört 

  • Vla­dimir Arseni­je­vićs Werke scheinen vom Abwas­ser­system des antiken Roms inspi­riert. Es geht um die Exis­tenz im Unrat, um das Leben wäh­rend und nach den jugo­sla­wi­schen Kriegen der 1990er Jahre. Arseni­jević ver­folgt feige Freaks und Dro­gen­dealer, alternde Schau­spie­le­rinnen und Drü­cke­berger und bezieht sich selbst und den „Vor­sit­zenden“ (Milošević) in das postmoderne 

  • Wieder und wieder zieht es Arkadij Babčenko in den Kau­kasus – in den Krieg. Nach seiner Rück­kehr aus dem Zweiten Tsche­tsche­ni­en­krieg hat der stu­dierte Jurist das Gewehr jedoch end­gültig gegen die Waffen des Schrift­stel­lers, Jour­na­listen und neu­er­dings auch Kriegs­fo­to­grafen ein­ge­tauscht: Mit Kugel­schreiber und Kamera gerüstet, ist er in den Kampf 

  • Sigiz­mund Domi­ni­kovič Kržiža­novskij hätte ein Glücks­fall für jeden anspruchs­vollen Leser werden können, wäre er nicht, wie er es selbst for­mu­lierte, „für seine Unbe­kannt­heit bekannt“ geworden. Ein Por­trät über einen zu Unrecht in Ver­ges­sen­heit gera­tenen lite­ra­ri­schen Solitär der 20er und 30er Jahre. 

  • Seit langem in Deutsch­land lebend schreibt Mar­ty­nova Gedichte auf Rus­sisch, Prosa auf Deutsch, mit einem fremden und wachen Blick, und oft­mals mit der Heim­lich­keit und Vor­sicht einer stillen Beobachterin. 

  • Der ukrai­ni­sche Schrift­steller Andrej Kurkov schreibt Kri­mi­nal­ro­mane, die meist nur den Rahmen für eine Real­sa­tire bilden. Mit zyni­schem Blick erfasst er den all­täg­li­chen Wahn­sinn der post­so­wje­ti­schen Staaten. Seine Erzäh­lungen bewegen sich zwi­schen tra­gi­scher Komik und komi­scher Tragik. 

  • Eine Begeg­nung mit der Akti­ons­künst­lerin, Foto­grafin und Schrift­stel­lerin Julia Kis­sina in ihrer Ber­liner Woh­nung. Über das Spiel mit der eigenen Bio­grafie, mit Kli­schees und Ste­reo­typen, mit lite­ra­ri­schen Ver­fahren und kunst­his­to­ri­schen Traditionen. 

  • Mil­jenko Jer­gović ist zwei­fels­ohne einer der her­aus­ra­genden zeit­ge­nös­si­schen Schrift­steller aus Bos­nien. 1966 in Sara­jevo geboren gehört er zu der bos­nisch-kroa­tisch-ser­bisch schrei­benden Genera­tion, die die jugo­sla­wi­sche Vari­ante der euro­päi­schen Wende der 90er Jahre – meist im Begriff ‚Bür­ger­krieg’ zusam­men­ge­fasst – in ihrem ganzen Impetus erfahren und als prä­gend lite­ra­risch ver­ar­beitet hat. 

  • Der Dichter Euge­niusz Tka­c­zy­szyn-Dycki ist in Polen ein Kult­autor und gleich­zeitig ein lite­ra­ri­scher Ein­zel­gänger. Er lässt sich keiner Gruppe oder Rich­tung zuordnen. Legendär sind seine Autoren­le­sungen, bei denen er in die Rolle eines alters­losen Greises schlüpft, um die Hörer in eine sehr dunkle Welt der Dop­pel­deu­tig­keit zu entführen.