Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

„Ich muss nicht immer so über­mensch­lich kon­se­quent sein“

Tadeusz Róże­wicz und seine Inter­viewer buch­sta­bieren den Unsinn des Sprechens

 

Ruhm
ein gewisser journalist
von der stadtzeitung
der über mich schreibt
„berühmter bres­lauer dichter“
und zu mir sagt
„Herr Stanisław“
fühlt sich gekränkt

ein nettes fräulein
„auch“ journalistin
von der regionalbeilage
der hauptstadtzeitung
hat nur eine frage
stellt aber drei
auf ant­wort wartet sie nicht

ich erkläre freundlich
dass ich müde bin krank

dass ist alt bin
dass mein kopf leer ist

„Sie koket­tieren!“
….

[Übers. P.W.]

 

Tadeusz Róże­wicz könnte ein absurdes Stück über den unbe­hol­fenen Umgang der Stadt Breslau mit dem bekann­testen und mitt­ler­weile ältesten ihrer Dichter schreiben. Da schneit vor zwei Jahren der Stadt­prä­si­dent, Pan Dut­kie­wicz, in des Dich­ters Wohn­küche herein:

 

„2011, Herr Róże­wicz“ [sucht noch die rechte Tonhöhe]

 

„wir wissen ja, Sie mögen den Trubel nicht und so“ [Hände windend]

 

„aber 2011“ [end­lich mit Nach­druck, hier ist Taktik gefragt]

 

„da könnte man doch was machen“ [schwappt schon fast über]

 

[visionär] „was hielten Sie eigent­lich von einem Różewicz-Jahr?“

 

Natür­lich zau­dert da Róże­wicz, dessen Medi­en­scheu bei­nahe sprich­wört­lich in Polen ist – und man beginnt das Feil­schen. Die Leute sollten nicht anfangen, vor der Woh­nung her­um­zu­lun­gern, beharrt er, irgend­welche Glück­wün­sche oder andere Affi­ches vor sich her­tra­gend, und mit Inter­views solle man ihm Ruhe geben. Und schon gar nicht, Gott behüte, dürfe irgendwer auf die Idee kommen, irgendwo in Breslau ein Bänk­chen auf­zu­stellen, auf dem gemüt­lich eine Bron­ze­statue in seinen Kon­turen froh­lockt. Róże­wicz drückt dann sein Bedauern aus für den win­ter­re­sis­tenten Julian Tuwim in Łódź und Stefan Kisie­lewski in War­schau. Darauf rei­chen er und der Herr Stadt­prä­si­dent sich die Hände, frohen Mutes zieht Pan Dut­kie­wicz ab, Dichter und Frau Wiesława bleiben auf ihren gehä­kelten Stuhl­kissen sitzen und freuen sich der wie­der­ge­won­nenen Altherrenruh.
In den pol­ni­schen Zei­tungen wurde 2011 beson­ders häufig Sta­nisław Gro­chowiaks These von  Róże­wicz als ‚Komet‘ zitiert, dessen Schweif die ganze pol­ni­sche Dich­ter­schaft von heute bilde. Im selben Ton schrieb zum Jubi­läum noch Wisława Szym­borska: „Wir alle ver­danken ihm etwas, obwohl einige das nur ungern zugeben“. Dann bleibt die Frage: Was sind die Inhalte seiner Meis­ter­stunden? Den freien Vers hat der in Radomsko gebo­rene Dichter zwar nicht erfunden, er hat ihn aber von Avant­garde-Dogmen befreit und in Erfah­rungs­ge­lände ein­ge­lassen, wo das Wort gebricht und der Vers gezwungen wird, dies Gebre­chen vor­zu­spielen. So könnte man ant­worten. Das würde aber schon nach Fron­tal­un­ter­richt klingen. Lieber wäre es Róże­wicz, schlicht die Inkon­se­quenz selbst zu lehren. Diese zu lehren, das ist per se pro­ble­ma­tisch, aber vor­zeigen kann er sie. Viel­leicht ist so Róże­wiczs Ein­ver­ständnis aus dem Jahr 2010 zu erklären, das er schließ­lich 2011 von seiner Abwe­sen­heit an sämt­li­chen Ver­an­stal­tungen des ihm geweihten Jahres unter­wan­dern ließ. Man fei­erte ihn, der als Par­tisan den Krieg über­lebte, in der Geburts­stadt in Form eines Open-Fes­ti­vals. Born des Róże­wicz-Jahres war jedoch Breslau, seit 1968 hat er hier seine Rück­zugs­stätte. Im Oktober stellte der deut­sche Kom­po­nist Udo Zim­mer­mann im klas­si­zis­ti­schen Opernbau Kom­po­si­tionen zu einigen Gedichten vor. Nur so viel zu den Ver­an­stal­tungen, keine Sorge, teil nahm Róże­wicz ohnehin nicht.

 

 

„Ich wollte an keinen Inter­views mehr teilnehmen“
Das Jubi­läum hat für den inkon­se­quenten, Fes­ti­vals umge­henden Leser da sein Gutes, wo der Verlag Biuro Liter­ackie neue Publi­ka­tionen her­aus­bringt, und das hat wie­derum beson­ders da sein Gutes, wenn es sich um einen medi­en­scheuen Dichter han­delt. Róże­wicz ver­öf­fent­lichte keine Essays, nur Essay­ge­dichte, keine Bio­gra­phie, aber Bio­gra­phie­ge­dichte, kein Tage­buch, nur Tage­buch­ge­dichte. So könnte man sagen, es ist der Elas­ti­zität seines Gedicht­be­griffs anzu­lasten, dass erst 2011 gesam­melte Inter­views mit dem Dichter in Buch­form erscheinen und dazu noch der Band Mar­gines, ale…, wo sich bisher unver­öf­fent­lichte Auf­sätze und Briefe ein­fanden. Hier war Róże­wicz also ein wenig inkon­se­quent; er hat sich doch außer­poe­tisch zu Wort gemeldet, hat doch Ein­blick ins Pri­vatum gewährt.

 

Rozewicz_Wbrew_SobieWenn man bedenkt, dass Róże­wicz in den Sech­zi­gern eigent­lich schon keine Inter­views mehr geben wollte, dann ist Wbrew Sobie, das Inter­views zwi­schen 1955 und 2011 ver­sam­melt, eben­falls eine Summa der Inkon­se­quenz. Róże­wicz reizt diese Inkon­se­quenz bis zum Letzten aus, wenn er sich anbet­teln lässt und Inter­view­ter­mine ein ums andere Mal verschiebt:

Kry­styna Nas­tu­lanka: „Gerade habe ich das Datum des Briefes über­prüft, der die Fragen ent­hielt, die wir Ihnen nach Gli­wice schi­cken ließen. Und es stellte sich heraus, dass seit Beginn unserer Ver­hand­lungen um ein Inter­view gut zwei Jahre ver­gangen sind…“

 

Tadeusz Róże­wicz: „Für mich ist das schon ein glän­zendes Tempo. Aus Prinzip hetze ich nicht. Auf Pro­bleme und Fragen aus dem Jahr 1948 nehme ich mir vor, 1968 zu ant­worten, und auf die von 1964 dann 1974.“

 

Am Ende des­selben Inter­views für die Zeit­schrift Poli­tyka heißt es:

 

K. N.: „Und könnten Sie mir jetzt am Schluss sagen, aber ehr­lich: Warum haben Sie das Gespräch so lange verschoben?“

 

T. R.: „Des­halb, weil ich mir einmal vor­ge­nommen habe, dass ich an keinen Inter­views oder Dis­kus­sionen mehr teilnehme.“

 

K. N.: „Aber schluss­end­lich haben Sie sich doch entschieden…“

 

T. R.: „Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich nicht immer so über­mensch­lich kon­se­quent sein muss. Es kann auch gut sein, dass ich nach einigen Jahren meine Teil­nahme an diesen Spie­le­reien und Festen, über die wir gespro­chen haben, nicht mehr absage. – Denn im Grunde hat das alles keine grö­ßere Bedeutung.“

 

Zudem hatte Róże­wicz genü­gend schlechte Erfah­rungen mit den Medien gemacht. Seine Gedichte rotierten nicht im Unter­grund, dem soge­nannten Zweiten Umlauf, gleich­wohl betont er in den Inter­views, dass die Zensur aktiv gewesen sei. Pol­ni­sche Zei­tungen warfen ihm unpo­li­ti­sche Betrach­tungen vor, Nihi­lismus, Por­no­gra­phie in den Thea­ter­stü­cken, später kam dazu noch Artur San­dauers Kritik an seinem ver­meint­lich soz­rea­lis­ti­schen Stil. Dabei war Fin­digen längst bewusst, dass es nach Róże­wicz kein Schreiben wie vor dem Kriege geben könne. Für die poli­ti­schen Mächte war es des­halb im Sinne einer Arbeits­öko­nomie vor­teil­haft, durch Druck­stellen am Kometen den ganzen Schweif in die rich­tigen Bahnen zu leiten. Nach dem Stu­dium der Kunst­ge­schichte in Krakau zog es ihn nach Glei­witz, später nach Breslau. Ein­deutig war der “Pro­vinz­mensch” Róże­wicz bedacht auf seine Distanz zur poli­ti­sie­renden Hauptstadt.
Es mag paradox erscheinen, aber in den Sieb­zi­gern hatten ihn die Jour­na­listen zugleich zum Gewissen der Nation aus­er­sehen, ähn­lich der Rolle seines Freundes Gün­ther Grass in der BRD. Es häuften sich in Inter­views die Fragen nach dem faschis­ti­schen Uni­ver­sal­dichter Ezra Pound oder den Ver­wick­lungen Hei­deg­gers oder L.F. Célines. Róże­wicz ver­suchte sich aus diesem Anzug her­aus­zu­stram­peln, seine Ant­worten hier fielen meist spär­lich aus. Zu Pound sagte er: „Geben wir dem alten Dichter ein­fach Ruhe. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich kein Recht habe zu urteilen, ich bin kein Gericht.“ Seine Unter­schei­dung aus den Inter­views – es gibt den Dichter in ihm, den Men­schen in ihm, den Leser in ihm – wendet er nicht aus­drück­lich auf diese Sün­den­fall-Schreiber an; die Mög­lich­keit indes scheint eröffnet. Ezra Pound wid­mete er die beiden Poeme „Jestem Nikt“ [Ich bin Nie­mand] und „Rów­nina“ [Flach­land], über Hei­deg­gers Gedichte lacht er. Das sei nicht nur ein schlechter Mensch gewesen, dazu noch ein schlechter Dichter. Leser war er wenigs­tens ein her­aus­ra­gender, Róże­wicz ist ver­liebt in Hei­deg­gers Hölderlinhermeneutik.

Neben der harten Gangart der sta­li­nis­ti­schen Lite­ra­tur­kritik machten noch poe­si­ein­terne Gründe aus Róże­wicz einen Medien-Eremiten:

 

Tadeusz Róże­wicz: „Als junger Dichter habe ich wohl zur Schule von Meister Przyboś gehört. Eine Schule, in der es darum geht, so wenige Wörter wie mög­lich zu ver­wenden. So eine Schule ist ein Durch­gangs­sta­dium, man wächst irgend­wann aus ihr heraus und so stand am Schluss meiner poe­ti­schen Arbeit die Reduk­tion, das Strei­chen von über­flüs­sigen Wör­tern. Das Über­ar­beiten von Gedichten führt zu einer immer gerin­geren Wortanzahl.“

 

Urszuła Biełous: „Und kann Poesie ins Schweigen führen?“

 

T. R.: „Was soll das sein: ‚Schweigen des Dich­ters‘? Was ich eben gesagt habe über das Schweigen, ist nicht beson­ders ori­gi­nell, weil C.K. Norwid, im Grunde einer der aktu­ellsten Dichter, sagte, dass das Schweigen viel mehr als die Rede aus­sagen kann, und aus­sagt. Da haben Sie das ganze Geheimnis meiner Abnei­gung gegen Interviews.“

 

Offenes Gedicht

 

Rozewicz_HandschriftFür ihn selbst ist das Spre­chen sinnlos, betont Róże­wicz, selbst weiß er über die Dinge ja schon Bescheid, die er im Inter­view ver­laut­baren wird. Er glaubt auch nicht an ein all­mäh­li­ches Ver­fer­tigen der Gedanken wäh­rend des Spre­chens. Wes­halb ist der Band trotzdem kein Fehl­griff des Ver­lags und sägt der Leser damit nicht nur herum an seiner Zeit?
Róże­wicz ver­weist in seinen Ant­worten fort­wäh­rend auf seine eigenen Gedichte. So meint er jed­wede Dis­kus­sion beschließen zu können, im Grunde führt ihn diese Stra­tegie aber ins Gegen­teil. Wenn er auf eine per­sön­liche Frage ein Gedicht von sich zitiert, eröffnet er gerade dadurch diesen Zusam­men­hang und demons­triert die Mög­lich­keits­be­din­gung eines sinn­vollen Gesprächs. Der Leser erfährt hier, was Róże­wicz im Rie­sen­ge­birge zu suchen hatte, wo 1995 nach einer Reise das Gedicht „W gościnie Hen­ryka Tomas­zew­skiego w Muzeum Zabawek“ [Zu Besuch bei Henryk Tomas­zewski im Spiel­zeug­mu­seum] ent­stand. Oder man ver­steht, wes­halb Róże­wicz das Poem „Et in Arcadia ego“ als pro­phe­tisch ein­stuft. An anderer Stelle wird end­lich klarer, was den Dichter zu seinem Lieb­lings­motiv inspi­rierte – die Obses­sion begann im Lite­ra­ten­haus an der Krup­nicza-Straße in Krakau, wo der junge Róże­wicz von seinem Fenster aus die täg­li­chen Meta­mor­phosen des  M ü l l e i m e r s  beob­achten konnte. Für Julian Przyboś, seinen ‚strengen Vater‘, nichts als ein Zei­chen von schlechtem Geschmack, aber der war ja schon empört, wenn er Róże­wicz mit einer Zei­tung unter dem Arm erwischte: „Aber Herr Tadeusz, ein Dichter mit einer Zei­tung, was soll denn das?“ Über den ästhe­ti­schen Streit mit dem dog­ma­ti­schen Avant­gar­disten Przyboś kam Róże­wicz end­lich zu einer Col­la­gen­technik, wie sie in „białe groszki“ [weiße Tupfen] oder den Poemen „recy­ling“ und „prz­er­wana rozmowa“ [das unter­bro­chene Gespräch] deut­lich her­vor­tritt. Es kommt der Meister der Inkon­se­quenz aber­mals zum Vor­schein, wo der Dichter seine Schreib­tech­niken erläutert:

 

Anna Żebrowska: „Schreibt man lange an so einem Gedicht wie ‚Biel‘“?

 

Tadeusz Róże­wicz: „Manchmal Monate, manchmal Jahre. Das bedeutet nicht, dass ich täg­lich die fünf­zehn Zeilen neu schreibe. Oder viel­leicht 13 Zeilen. Aber das Gedicht liegt in seiner vor­läu­figen Form zwi­schen einem Berg anderer Notizen. Wenn ich dann wieder darauf stoße oder wenn mir etwas Neues ein­fällt –  streiche ich ein Wort, füge zwei neue hinzu. Oder ich schreibe eine neue Vari­ante. Und dann liegt es wieder einen Monat oder fünf. Und dau­ernd nagt es an mir. Ständig pene­triert es mich. Signa­li­sie­rend: ‚Hier bin ich. Ich warte‘.“

 

Die Technik des Wei­ter­schrei­bens führt zu pro­vi­so­ri­schen Gedichten: poemat otwarty [offenes Poem] ist ein Gedicht­band des Autors über­schrieben. Pro­gram­ma­tisch beginnt das Gedicht „Non-stop-show“:

 

Jetzt gilt es ein ding zu schaffen ohne anfang und ende
es gibt keine aus­ge­füllten ver­träge bleiben
vergessen
jetzt gilt es im fall im abgang zu schaffen
Wir haben keine zeit wir haben keine zeit zur beschreibung
von tapete kleid auge mund baum haus sofa bein

[Übers. P.W.]

 

Frap­pie­rendesin Krakau, 1999
Róże­wiczs Inkon­se­quenz zeigt in einem Inter­view auch der eng­li­sche Über­setzer Adam Czer­niawski auf: „Seit dreißig Jahren flüchten Sie vor der Poesie. Gleich zu Beginn haben Sie gesagt, dass es zu Ende ist mit der Poesie, dass man Dichter ab 1945 nicht mehr sein kann. Und gleich­zeitig haben Sie über die ganze Zeit hinweg Gedichte geschrieben.“ Wie dieses befinden sich einige Gespräche in dem Band, die nicht nur wort­klau­bende Katz-und-Maus-Spiele sind zwi­schen einem aus­sit­zenden Frager und dem übel­lau­nigen Intel­lek­tu­ellen. Es sind Inter­views zwi­schen Freunden, die gemeinsam ver­su­chen, die Phä­no­mene Poesie und Theater irgendwie zu ver­stehen: mit der Redak­teurin der Thea­ter­zeit­schrift Dialog, mit der Betreuerin des Archivs Maria Dębicz, mit der Kunst­kri­ti­kerin Kry­styna Czerni.
„Dafür würde ich sogar nach Krakau fahren“, meinte Róże­wicz einmal, ein Gespräch mit Czesław Miłosz stand noch auf seiner Wunsch­liste. Drei der fünf in Wbrew sobie ver­sam­melten Gespräche der beiden Alt­meister erscheinen hier zum ersten Mal. „Frap­pie­rendes“, wie die Initia­torin Renata Gor­c­zyńska sich erwartet, bleibt leider aus. Sie kommen nicht recht hinaus über die Leid­klage, dass sie ein­ander 1945 in Kraków noch nicht begegnet waren. Dar­aufhin kann der Leser daselbst fest­stellen, dass diese Distanz über die Jahre nicht geringer wurde. Der eine erzählt von sich, aber die Reak­tion des anderen bleibt aus, womög­lich aus Respekt. Der Abs­trak­tio­nist Róże­wicz spricht mit dem sinn­li­chen Miłosz. Oder: Der nüch­terne Róże­wicz mit dem Swe­den­borg-Schüler. Inter­es­santer als dieses Inter­view ist die Lek­türe des ästhe­ti­schen Dis­putes, den beide in Wid­mungs­ge­dichte aus­la­gerten. Jedoch diese Pole­miken und darin Róże­wicz, dem es nicht gelingen will, einen Mys­ti­zismus für voll zu nehmen, das ist eine andere Geschichte; übri­gens am besten erzählt zum Miłosz-Jahr von Alek­sander Fiut (Z Miło­szem, Wydaw­nicto Pogra­nicze, Sejny 2011). Miłosz-Jahr, Róże­wicz-Jahr, in Krakau und Breslau kann man es kaum glauben, auch sie haben ihr Ende.

 

Licht­fins­ternis
„engel wissen nicht,
was zeit ist“

Lieber Miłosz
dank Ihnen fing ich an
auf meine alten tage
Swe­den­borg zu lesen

er macht mich weder kalt noch heiß
mühsam mißtrauisch
wate ich durch seine träume
das buch über himmel und hölle
lasse ich fallen
und schlafe ein

[Übers. Karl Dedecius]

 

Fotos von Elż­bieta Lempp

Wbrew sobie – rozmowy z Tade­uszem Róże­wiczem, hrsg. v. Jan Stolar­czyk. Wro­cław: Biuro Liter­ackie, 2011.

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